Monthly Archive for Februar 2009

Impfungen

Meine Impfstoffe sind eingetroffen. Nach reichlicher Überlegung und Beratung durch meine Ärztin habe ich mich für die folgenden Impfungen entschieden (ich zähle mal alle auf, auch die, die ich schon hatte):

Tetanus/Polio/Dyphtherie: sollte man auch ohne Auslandsaufenthalt immer wieder auffrischen (eine Spritze in den Po, zahlt die Krankenkasse)

Hepatitis A&B: ein Muss! die Impfung in den Arm (intramuskulär) ist sehr gut verträglich. Ein Titertest vor und nach der Impfbehandlung ist sinnvoll (je ca. 24€). Je nachdem, ob bereits eine Immunität oder Vorimpfung besteht, verwendet man Twinrix (HepA&B), Havrix (nur HepA) oder Engerix-B (nur HepB). Das Impfschema für Twinrix und Engerix-B beträgt 0, 1, 6, (12) Monate, wobei nach der zweiten Impfung bereits ein guter Impfschutz besteht. Bei Havrix 0, 6 Monate, wobei die erste Spritze auch einen Schutz bietet und ca. 14 Tage vor der Abreise erfolgen sollte. (Die Impfung wird nicht von der Krankenkasse übernommen* Preis: Havrix je ca. 65€, Twinrix je ca. 77€)

Typhus: Das war für mich die unangenehmste Spritze. Direkt intramuskulär in den Oberarm, so dass man später jede Bewegung des Armes auch richtig schön spürt. (Die Impfung wird nicht von der Krankenkasse übernommen* Preis: ca. 25€)

Tollwut: Indien ist Tollwutgebiet und Tollwut ist nach dem Auftreten der ersten Symptome 100%ig tödlich. Hat man das im Hinterkopf gerät man bei jedem streunenden Hund, und davon gibt es viele, direkt in Panik. Um den Urlaub entspannt genießen zu können haben wir uns impfen lassen. Die neuen Impfstoffe (wir hatten Rabipur) werden sehr gut vertragen. Impfschema ist 0, 7, 21 Tage und noch einmal nach einem Jahr. Auch bei bestehender Impfung sollte man bei einem Tierbiss mit Tollwutgefahr den Arzt konsultieren. (Die Impfung wird nicht von der Krankenkasse übernommen* Preis: je ca. 61€ )

Grippeimpfung: Völlig im Impfwahn und weil gerade Winterzeit ist, haben wir uns auch gegen Grippe impfen lassen. Ob es für Indien nötig ist, kann ich nicht sagen, schaden kann es nicht. (zahlt die Krankenkasse)

*einige Krankenkassen übernehmen auch Reiseimpfungen für private Urlaubsreisen. Eine Übersicht welche Kasse was übernimmt findet man auf der Homepage vom Centrum für Reisemedizin.

Wenn man die Impfstoffe mit einem Privatrezept selber kaufen muss, lohnt sich ein Preisvergleich der Apotheken. Hier kann es zu starken Preisunterschieden kommen. Wir haben unsere Impfstoffe bei der Europa Apotheek online bestellt. Die hatten die günstigsten Preise (10% Nachlass) und vor allem den Tollwut Impfstoff vorrätig. Dieser war bei unserer Apotheke vor Ort leider nicht vorhanden und auch drei Lieferanten, bei denen der Apotheker angefragt hatte, konnten keinen Liefertermin nennen. Anscheinend gibt es da gerade Lieferengpässe. Die Kühlbox mit den Impfstoffen wurde uns nach zwei Tagen per Kurier nach Hause geliefert.

Weitere Informationen:
http://www.fit-for-travel.de
http://www.impfen.de

Zahlungsmittel

So etwa 4 Wochen vor der Abreise kommen langsam die ersten Überlegungen zu Zahlungsmitteln auf. Bei allen bisherigen Reisen habe ich völlig darauf verzichtet, Reiseschecks oder vorab gewechseltes Geld mitzunehmen, sondern habe mich auf meine EC-Karten/Mastercard-Kombi verlassen und hatte eigentlich bisher noch keine Probleme. An allen bisherigen Ankunftsflughäfen gab es irgendwo einen Geldautomaten. Der einzige Nachteil sind die Gebühren. Bei der EC-Karte fallen in der Regel ca. 3,50€ pro Abhebung an und bei der Mastercard ist das Abheben von Bargeld unbezahlbar. 3,50€ klingt bei der ersten Betrachtung auch nicht viel, jedoch ist man immer verleitet, große Beträge auf einmal abzuheben, um die Gebühren nicht mehrfach zahlen zu müssen. Aber möchte man wirklich als Backpacker mit viel Bargeld herumlaufen? Nein! Daher musste für uns eine bessere Lösung her. So haben wir uns nach Möglichkeiten umgeschaut, möglichst preiswert oder kostenlos an Geld im Ausland zu kommen. Und es gibt tatsächlich zwei Banken, die mit einer Visacard die Möglichkeit anbieten Bargeld ohne Gebühren im Ausland abzuheben. Die Comdirekt Bank und die DKB-Bank.

Bei der Comdirekt erhält man unter anderem:

  • 3,25% p.a. aufs Tagesgeldkonto bis 30.000 Euro
  • kostenlose** Kontoführung
  • 75 Euro Startguthaben bis zum 31.03.2009
  • 1 Euro monatlich auf das Girokonto
  • weltweit Bargeld kostenlos: Im Ausland mit der Visacard an über 900.000 Geldautomaten, im Inland mit der EC-Karte an bundesweit über 7.000 Geldautomaten der Cash Group

**Kostenlos ab einem monatlichen Geldeingang von 1.250 Euro. Ansonsten betragen die Kontoführungsgebühren günstige 4,90 Euro pro Monat.

Bei der DKB-Bank gibt’s:

  • kostenloses Internetkonto mit EC Karte und nur 7,9% Dispozins
  • ideales Girokonto und 5-facher Testsieger in “Börse Online”
  • Verzinsung auf Tagesgeldniveau: 3,8%
  • weltweit gebührenfreie Bargeldabhebung mit der kostenlosen Visacard
  • keine Mindesteingangspflicht

Die 75€ als Startguthaben der Comdirekt Bank sind auf jeden Fall schon ein schöner Anreiz, jedoch sollte man das Kleingedruckte lesen. Die kostenlose Kontoführung gilt nur bei einem monatlichen Geldeingang von 1250€. Also nur wenn man es als Hauptkonto nutzt. Bei der DKB-Bank ist das schon anders. Hier kriegt man alles kostenlos, es gibt zwar kein Startguthaben, aber das macht nichts. Auf der Homepage der DKB-Bank kann man direkt die Formulare ausfüllen, ausdrucken und dann mit PostIdent bei der Postfiliale versenden. Das ganze läuft sehr schnell und ist einfach. Ich sag Bescheid, wenn die Karten eingetroffen sind.

Touristen-Visum für Indien

Heute habe ich es endlich geschafft und habe die Visa-Anträge losgeschickt. Eigentlich ist es mit dem Visum eine ganz einfache Sache, man muss sich jedoch erst durch ein paar Seiten klicken, um die nötigen Infos zu erhalten. Alle Bewohner von Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland müssen ihre Visa-Anträge beim Indo-German Consultancy Servic (IGCS) einreichen. Das ist ein ausgegliedertes, vom Konsulat autorisiertes Unternehmen. Man kann das Visum persönlich abholen oder alles per Post erledigen. Wir haben uns für die postalische Variante entschieden, da wir ansonsten zu den “Consular Camps” in der Nähe (bei uns Köln oder Essen) fahren müssten, bei denen wir das Visum morgens beantragen und nachmittags abholen können. So sparen wir uns jedoch unnötige Wartezeiten und die Fahrerei. Für das Visum benötigt man das ausgefüllte Antragsformular mit zwei identischen Passbildern sowie eine Kopie davon. Außerdem braucht man eine Auftragserteilung, den Reisepass und den Überweisungsbeleg. All das sendet man als Einschreiben mit Rückantwort an das IGCS und erhält dann, nach ca. 14 Tagen (je nach Saison), den Pass mit Visum zurück. Pro Visum muss man eine Gebühr von 63,50€ überweisen. In dieser Gebühr ist aber auch schon das Porto für die Rücksendung enthalten. Leider lassen sich die Anträge im PDF Format nicht ohne Weiteres ausfüllen, daher habe ich diese ein wenig “modifiziert” und für alle Interessierten zum Download bereitgestellt. Achtet jedoch bitte darauf, ob sich etwas am Antragsformular geändert hat.
Auftragserteilung (PDF, ausfüllbares Formular)
Visumantrag (PDF, ausfüllbares Formular)

Nützliche Links:
Indische Botschaft
Konsulat in Frankfurt
Indo-German Consultancy Service (IGCS)

Alle Bewohner der oben nicht genannten Bundesländer können Ihre Visa direkt beim zuständigen Konsulat beantragen. Welches das ist, lässt sich auf der Homepage der Indischen Botschaft herausfinden. Das Gute ist, dass die Visa dort nur 50€ kosten, da die Gebühr von 13,50€ für das IGCS entfällt.

“Eve teasing”

Früher oder später trifft man frau bei den Reisevorbereitungen für Indien auch auf dieses Thema. “Eve teasing”, so die euphemistische Beschreibung sexueller Belästigung, beschränkt sich laut dem Travel Handbook von Stefan Loose eher auf penetrante Blicke und anzügliche Kommentare. Dies, so heißt es weiter, ist “zwar ärgerlich, aber meistens nicht bedrohlich”.
Auf ähnliche Aussagen stößt man in allen Reiseführern, was mich doch etwas nachdenklich gemacht hat. Ich bin auch echt froh, dass ich mit Christof zusammen reise, was das “Eve-teasing” wohl drastisch einschränken soll. Dass man die Schultern bedecken, keinen Ausschnitt bis zum Bauchnabel haben und nicht gerade mit einem Mini-Rock rumlaufen sollte, war mir schon klar. Allerdings habe ich jetzt auch gelesen, dass Frauen keine kurzen Hosen tragen und auch generell keine figurnahe Kleidung anziehen sollten. Besonders überraschend war für mich der Ratschlag im Lonely Planet, dass Frauen nur in Touri-Gebieten im Bikini/Badeanzug schwimmen gehen sollten und ansonsten besser mit kurzer Hose und T-Shirt. Vielleicht sollte ich meine Packliste auf diese neuen Erkenntnisse noch hin anpassen?
Durch das Stöbern in diversen Foren, Reiseführern und Internetseiten bin ich auf eine Reihe von Verhaltens- und Kleidungsempfehlungen gestoßen. Ob diese Ratschläge hilfreich sind oder nicht, werde ich noch nach meiner Reise berichten. Hier erstmal meine bisherigen “Forschungsergebnisse”:

  • In den meisten Reiseführern und auf vielen Internetseiten wird Frauen geraten sich vor Ort einen salwar kamiz zu kaufen/schneidern zu lassen. Dieser entspricht nicht nur der örtlichen “Kleiderordnung”, sondern soll auch sehr angenehm im indischen Klima sein.
  • Am besten Sonnenbrillen tragen, da direkter Augenkontakt von Männern als Aufforderung interpretiert wird.
  • Mindestens knielange, besser noch knöchellange Röcke.
  • Weite Baumwollblusen (auch des Klimas wegen)
  • Immer einen BH tragen

Bei Aktionen, die über penetrantes Starren hinaus gehen, soll wohl folgende Taktik helfen: Die Worte chale jao, ausgesprochen chelo (habe ich von einer englischen Seite, daher die Aussprache anpassen), was so viel heißt, wie “Verschwinde!”, zusammen mit einem bestimmten, eiskalten Blick. Auch kann es wohl hilfreich sein, von einem Ehemann zu sprechen, der gleich wiederkommt. Anfassen gilt wohl als totales “No-Go” im indischen Regelsystem, von daher sollte man sich da auch deutlich zur Wehr setzen.
Mehr zum Thema auch unter www.journeywoman.com oder im Indien Aktuell Forum.
In einem Bericht der New York Times wird geschildert, dass “Eve teasing” auch für indische Frauen ein großes Problem darstellt.

Heute haben wir indisch gegessen

Nein, dass ich heute indisch gekocht habe ist nicht das Besondere. Seit wir uns aktiv auf Indien vorbereiten mach ich das häufiger. Aber auch wenn nichts Indisches auf dem Plan steht, wird es ordentlich mit Cayennepfeffer oder Chili- und Currypulver gewürzt. Und zwar ausnahmslos alles! Apfel-Chili, Butterbrot-Chili, Milchreis-Chili usw.
Heute gab es Schweinefilet (nicht besonders indisch) mit Daal. Ich würde Daal nicht als Pampe bezeichnen wollen, da Pampe einen negativen Touch hat. Aber Daal ist halt “rote Linsen Pampe” mit Gemüse. Um uns ein wenig einzustimmen, wurde mit der Hand gegessen. Natürlich nicht mit der “Stinkehand”, sondern ordentlich mit der Rechten. Ein wenig erinnerte es mich an den Kindergarten und die Knetmasse, da konnte man auch so schön rummatschen. Nein, aus der analen Phase bin ich schon raus. Es war halt ein wenig gewöhnungsbedürftig, ging aber ganz gut. Während des Essens stellten sich mir aber noch einige Fragen:

  • Darf man mit Links aus dem Glas trinken?
  • Wie reinigt man seine Finger nach dem Essen? Ablecken? Tücher? Wasserschalen?
  • Ist das Essen kleingeschnitten?

Das finde ich aber spätestens vor Ort noch raus. Irgendwie fühlen sich meine Finger jetzt geschmeidig an.

Höhere Freigrenzen für Reisemitbringsel aus Drittländern

Da ja teilweise unterschiedliche Meinungen darüber herrschen, was und wie viel man aus dem Ausland einführen darf, wollte ich aus aktuellem Anlass meinen Senf dazugeben und mit meinem Halbwissen überzeugen. Innerhalb der EU ist dies ja recht simpel geregelt; eigentlich darf man bis auf einige Ausnahmen alles ein- und ausführen. Genauer hingeschaut wird bei Alkoholika und Tabakwaren.
Möchte man jedoch aus einem Drittland (nein, kein Dritte-Welt-Land, Drittländer nennt der Beamte alle Länder außerhalb der EU) einreisen, so gibt es bestimmte Freigrenzen die man einhalten sollte muss. Genaueres kann man auf der Seite vom Zoll oder hier im Überblick nachlesen:

1. Tabakwaren (nur für Personen ab 17 Jahren):

  1. 200 Zigaretten oder
  2. 100 Zigarillos oder
  3. 50 Zigarren oder
  4. 250 Gramm Rauchtabak oder
  5. eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren

2. Alkohol und alkoholhaltige Getränke (nur für Personen ab 17 Jahren):

  1. Ein Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Volumenprozent oder unvergällter Ethylalkohol mit einem Alkoholgehalt von 80 Volumenprozent oder mehr oder
    zwei Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Volumenprozent oder
    eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren,
  2. vier Liter nicht schäumende Weine und
  3. 16 Liter Bier

3. Arzneimittel:
die dem persönlichen Bedarf des Reisenden entsprechende Menge

4. Kraftstoffe:
für jedes Motorfahrzeug

  1. die im Hauptbehälter befindliche Menge und
  2. bis zu zehn Liter in einem tragbaren Reservebehälter

5. andere Waren:

  1. bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro;
  2. für Flug- bzw. Seereisende bis zu einem Warenwert von insgesamt 430 Euro;
  3. für Reisende unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von insgesamt 175 Euro.

Interessant ist die seit dem 1. Dezember 2008 geänderte Einfuhrgrenze für Flug- bzw. Seereisende, welche von 175 EUR auf 430 EUR erheblich heraufgesetzt wurde. So brauchen wir uns bei den Geschenken und Mitbringseln nicht zurückzuhalten. Punkte 1&2 werden von uns nicht ausgenutzt, daher können Wünsche entgegengenommen werden.

Handtuchtest

Je nachdem, wo man als Backpacker eine Unterkunft findet, gibt es möglicherweise keine Handtücher. Da ist es ratsam sein eigenes Handtuch dabei zu haben, oder man rennt durch die Stadt und versucht eins aufzutreiben, was sich aufgrund von fehlenden Ortskenntnissen als schwierig erweisen kann. Bei meiner letzten Handtuchsuche in Hualien (Taiwan) habe ich mir geschworen beim nächsten Mal ein eigenes Handtuch mitzunehmen. Daher musste ein Reisehandtuch her.

Reisehandtücher sind leichter, trocknen schneller und haben in geringes Packmaß als normale Frotteehandtücher, sind aber sauteuer (17-25€). Genau dieser Umstand hatte mich bisher abgehalten. Beim Einkaufen im Xenos, unserem Lieblings- “Holland Ramschladen”, haben wir Reisehandtücher gefunden und bei 2,99€ für ein kleines Handtuch auch direkt ein Testexemplar mitgenommen. Zu Hause angekommen hab ich direkt nach einem Testbericht im Internet gesucht, aber nichts gefunden. Einziger Eintrag zu “Xenos Reisehandtuch” war auf Katrins Blog. Auch interessant, aber leider keine genaueren Infos. Gibt es denn keinen Backpacker, Globetrotter, Trekker… der auch ein Xenos Reisehandtuch hat?
Natürlich braucht man auch ein Vergleichsobjekt. So haben wir uns noch ein Care Plus Reisehandtuch gegönnt und werden beide in den nächsten Tagen vergleichen und ausgiebig testen. Eins kann ich vorweg schon sagen, das teurere Care Plus Handtuch fühlt sich wesentlich besser an. Weitere Infos in Kürze.