“Eve teasing”

Posted by doris on 6. Februar 2009

Früher oder später trifft man frau bei den Reisevorbereitungen für Indien auch auf dieses Thema. “Eve teasing”, so die euphemistische Beschreibung sexueller Belästigung, beschränkt sich laut dem Travel Handbook von Stefan Loose eher auf penetrante Blicke und anzügliche Kommentare. Dies, so heißt es weiter, ist “zwar ärgerlich, aber meistens nicht bedrohlich”.
Auf ähnliche Aussagen stößt man in allen Reiseführern, was mich doch etwas nachdenklich gemacht hat. Ich bin auch echt froh, dass ich mit Christof zusammen reise, was das “Eve-teasing” wohl drastisch einschränken soll. Dass man die Schultern bedecken, keinen Ausschnitt bis zum Bauchnabel haben und nicht gerade mit einem Mini-Rock rumlaufen sollte, war mir schon klar. Allerdings habe ich jetzt auch gelesen, dass Frauen keine kurzen Hosen tragen und auch generell keine figurnahe Kleidung anziehen sollten. Besonders überraschend war für mich der Ratschlag im Lonely Planet, dass Frauen nur in Touri-Gebieten im Bikini/Badeanzug schwimmen gehen sollten und ansonsten besser mit kurzer Hose und T-Shirt. Vielleicht sollte ich meine Packliste auf diese neuen Erkenntnisse noch hin anpassen?
Durch das Stöbern in diversen Foren, Reiseführern und Internetseiten bin ich auf eine Reihe von Verhaltens- und Kleidungsempfehlungen gestoßen. Ob diese Ratschläge hilfreich sind oder nicht, werde ich noch nach meiner Reise berichten. Hier erstmal meine bisherigen “Forschungsergebnisse”:

  • In den meisten Reiseführern und auf vielen Internetseiten wird Frauen geraten sich vor Ort einen salwar kamiz zu kaufen/schneidern zu lassen. Dieser entspricht nicht nur der örtlichen “Kleiderordnung”, sondern soll auch sehr angenehm im indischen Klima sein.
  • Am besten Sonnenbrillen tragen, da direkter Augenkontakt von Männern als Aufforderung interpretiert wird.
  • Mindestens knielange, besser noch knöchellange Röcke.
  • Weite Baumwollblusen (auch des Klimas wegen)
  • Immer einen BH tragen

Bei Aktionen, die über penetrantes Starren hinaus gehen, soll wohl folgende Taktik helfen: Die Worte chale jao, ausgesprochen chelo (habe ich von einer englischen Seite, daher die Aussprache anpassen), was so viel heißt, wie “Verschwinde!”, zusammen mit einem bestimmten, eiskalten Blick. Auch kann es wohl hilfreich sein, von einem Ehemann zu sprechen, der gleich wiederkommt. Anfassen gilt wohl als totales “No-Go” im indischen Regelsystem, von daher sollte man sich da auch deutlich zur Wehr setzen.
Mehr zum Thema auch unter www.journeywoman.com oder im Indien Aktuell Forum.
In einem Bericht der New York Times wird geschildert, dass “Eve teasing” auch für indische Frauen ein großes Problem darstellt.

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