Die Tiger-Bären-Kuh

So unorganisiert wie wir sind, haben wir es mal wieder verpeilt die Trekkingtour, die wir geplant hatten, rechtzeitig zu buchen. Zudem haben wir auch noch länger geschlafen und uns beim Frühstück richtig viel Zeit gelassen. Daher wurde nichts aus der geführten Tour und so haben wir uns eine eigene Tour zusammengestellt: Botanischer Garten, Dudda Betta (höchster Punkt in Südindien) und zurück zu Fuß nach Ooty.
Der Botanische Garten ist wirklich sehr schön, leider hatten wir viel Glück mit dem Wetter und es war wirklich voll. Alle fünf Meter wurden wir von freundlichen Indern angesprochen, ob wir mit Ihnen ein Foto machen möchten. Dies war auch die ersten zweihundert Mal lustig, aber irgendwann will man auch seine Ruhe haben und ein wenig herumschlendern. Wir haben uns gefragt, ob es in Deutschland als fremdenfeindlich angesehen würde, wenn wir in Deutschland einem Inder begegnen und ihn bitten würden ein Foto von Ihm machen zu dürfen.
Nach dem Botanischen Garten ging es dann mit dem Bus Richtung Dudda Betta. Da der Bus die Station nicht ganz anfährt, musste wir die letzten drei Kilometer zu Fuß zurücklegen; alternativ hätten wir auch einen Jeep nehmen können, aber wir wollten ja was von der Landschaft sehen und sind ja zum Wandern hier. Der Weg zum Dudda Betta ist sehr steil und die Abgase der vorbeifahrenden Fahrzeuge machen den Weg nicht gerade angenehm. Irgendwann haben wir uns dann entschlossen durch den Wald, der neben der Straße verläuft, weiterzugehen. Auch wenn es manchmal etwas sehr müllig war (das waren dann die Plätze, an denen die Inder Rast gemacht haben), haben wir einen sehr schönen Aussichtspunkt gefunden.
Als wir endlich am höchsten Punkt angelangt waren, waren wir etwas erstaunt, dass man für die letzten Meter Eintritt zahlen muss; zwar nur fünf Rupees, aber gewundert hat es uns schon.
Der Mann vom Tourismusbüro hatte uns gesagt, dass wir einen der Mitarbeiter oben fragen sollen, welchen Weg wir am besten zurück nach Ooty gehen können. Der Mitarbeiter ist dann mit uns zu der Zugangsstelle gegangen und hat uns zu verstehen gegeben, dass wir nur immer bergab gehen müssen (ist ja auch klar, wenn man am höchsten Punkt ist). Der besagte Weg war allerdings nicht mehr als ein Trampelpfad, auf dem es zum Teil wirklich Steil herab ging, man durch Stachelbüsche hindurch musste und kleine “Sumpfgebiete” überspringen musste. Irgendwann mitten im Wald hörten wir plötzlich ein lautes Brüllen und fragten uns ängstlich, ob es in Ooty Bären oder Tiger gibt. Wir sind also weitergegangen und haben an jeder Wegbiegung nach einem Tiger Ausschau gehalten, nur um später festzustellen, dass es sich bei dem potentiellen Tiger um eine Kuh gehandelt hat.
Am späten Nachmittag haben wir uns dann entschlossen, noch einen Tag länger in Ooty zu bleiben und haben direkt die Trekkingtour für den nächsten Tag gebucht.

1 Kommentar zu “Die Tiger-Bären-Kuh”


  1. 1 Doris van der Linden

    Hallo Ihr Beiden, ich hoffe das Euer Ausflug dann heute besser gelaufen ist und Ihr alles gesehen habt, was Euch so vorschwebte. So einer “Tiger-Bären-Kuh” möchte man ja nun wirklich nicht jeden Tag begegnen, das ist doch sehr gefährlich. Weiterhin viel Spass, Ma Doris

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