Freitag Nachmittag haben wir Abschied von Mamallapuram genommen. Eine Stadt, in der es uns sehr gefallen hat. Es gab zwar auch hier einige nervige Verkäufer, aber die gibt es in allen Touristenhochburgen. Wir haben festgestellt, dass uns die kleinen Städte in Indien viel besser gefallen als die Großen.
Mit dem Bus ging es am Freitag zunächst zurück zum Busbahnhof in Chennai. Von dort aus ging es indisch pünktlich mit einer halben Stunde Verspätung los. Aus der zehnstündigen Fahrt nach Madurai wurde eine zwölfstündige. Zum Glück sind die AC-Busse sehr komfortabel und wir konnten auch sehr gut schlafen. Vom zentralen Busbahnhof in Madurai ging es mit dem Stadtbus weiter zu einem anderen Busbahnhof, von wo wir am Samstag um 11 Uhr den Bus nach Kumily genommen haben. Eigentlich hatten wir eine 4,5 stündige Fahrt vor uns. Die Fahrtzeit hat sich jedoch dadurch verlängert, dass unser Bus mitten im Nichts einen Platten hatte. Relativ schnell kam aber auch schon ein anderer Bus, der uns mitgenommen hat. Dieser war leider total überfüllt (zum Glück mussten wir nicht auf dem Dach sitzen
). Ca. 24 Stunden nach unserer Abfahrt sind wir endlich in Kumily angekommen. Davon jedoch später mehr. Hier noch einige Fotos von Chennai und Mamallapuram.
Monthly Archive for April 2009
Nach unserer Enttäuschung in Chennai ging es gestern nach Mamallapuram. Abenteurer wie wir sind, sind wir gestern zuerst mit dem Bus zum Busbahnhof gefahren. Da die Haltestellen nicht wirklich gekennzeichnet sind (oder uns fehlt der Durchblick), sind wir mitten auf der Kreuzung in den langsam fahrenden Bus gesprungen. Obwohl es am Busbahnhof deutlich erkennbare Schilder mit den Zielen der Busse gibt, hat uns das nicht wirklich weitergeholfen, da die Busse, die in den entsprechenden Haltebuchten stehen, ganz woanders hinfahren. Wir haben es trotzdem geschafft und sind gegen 13 Uhr in der absoluten Mittagshitze in Mamallapuram angekommen. Nachdem wir ein Hotel gefunden und uns geduscht hatten, haben wir uns auf den Weg gemacht, die Stadt anzuschauen.
Mamallapuram ist eine sehr kleine Stadt, die für ihre aus dem Fels gehauenen, sehr alten Tempel bekannt ist. An jeder Ecke gibt es hier Steinmetze, Schneider und Schuster, die auch ihre selbst hergestellten Waren direkt anbieten. Vor allem die Steinmetze sind dabei sehr interessant; man kann Ihnen dabei zuschauen wie sie kleine und große Skulpturen herstellen. Bei einem Steinmetz durfte ich auch gleich in die Lehre gehen und mitarbeiten.
Nachdem wir nach zwei Tempelanlagen auch endlich auf die von Doris erhofften Affen gestoßen sind, hat sich ein sehr lustiges Spektakel ereignet: Doris stand, mit der Wasserflasche in der Hand, auf dem Weg und beobachtete die Affen, als der größte Affe direkt auf sie zu kam und ihr die Wasserflasche aus der Hand riss. Gekonnt hat der Affe die Flasche geöffnet und sich einen halben Liter Wasser reingekippt. Die total verdutzte Doris stand nur auf dem Weg und kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
Heute haben wir uns noch die restlichen Tempelanlagen angeschaut, werden gleich noch ein bisschen shoppen gehen und dann gegen 17 Uhr zum Busbahnhof in Chennai zurückfahren, um von dort über Nacht nach Madurai zu fahren. Von dort aus geht es in das Periyar Wildlife Sanctuary, wo wir ein bisschen wandern und entspannen wollen.
Ausgeruht von Havelock Island sind wir am Dienstag wieder in Chennai angekommen. Nach 8 Tagen Entspannung sind wir etwas relaxter an Chennai herangegangen. Irgendwie dachte ich, müsste es wenigstens etwas Schönes an Chennai geben, auch wenn Lonely Planet und der Loose die Stadt nur als Transitstation bezeichnen.
Bereits bei unserem ersten Besuch fanden wir die Stadt nur anstrengend. Die zwei Flüsse, die durch Chennai fließen, sind so dermaßen vermüllt, dass man sich jedes Mal, wenn man sich über oder neben dem Fluss aufhält, etwas vors Gesicht halten muss. Ihr könnt echt froh sein, dass man Gerüche nicht aufnehmen kann. Ein weiteres Ärgernis sind die Rikshawfahrer. Rikshawfahrer sind ja eh dafür bekannt, dass sie von Touristen höhere Preise verlangen. In Chennai sind sie aber noch ne Ecke dreister und so ist es einfach nur extrem nervig, ewig über einen fairen Preis verhandeln zu müssen inmitten einer Traube von Rikshawfahrern.
Da wir ja nicht so viel Zeit haben und die Reiseführer doch einige Sehenswürdigkeiten auflisten, haben wir eine vom Tourismusbüro organisierte Bustour gebucht. Allerdings hätte uns bereits nach dem ersten Museum klar sein müssen, dass die Tour nur Zeit- und Geldverschwendung ist. Das Fort Museum hat kaum etwas zu bieten, kostet für Touristen 100 Rs. Bei der Tour hatten wir für das Museum 20 Minuten Zeit; mehr braucht man auch echt nicht.
Nach dieser Enttäuschung habe ich mich schon auf das Government Museum, was als nächstes auf dem Plan stand, gefreut. Allerdings sind wir nicht direkt zum Museum, sondern zu einem Souvenirladen mit total überteuerten Preisen gefahren (Butterfahrt lässt grüßen). Nachdem wir dort eine halbe Stunde verbracht haben, sind wir endlich ins Museum gefahren, für das wir dann auch wieder nur 20 Minuten Zeit gehabt hätten. Da der Eintritt für Touristen hier aber 250 Rs kostet, haben wir uns das gespart. Christof hat sich dort bereits bei einem der Tourleiter über den Abstecher zum Souvenirladen beschwert. Den schien das aber wenig zu interessieren.
Die weiteren Stationen der 6-stündigen Tour waren noch das Denkmal für einen Nationalpoeten, das auch total vermüllt war, ein Tempel, der Snake Park und Marina Beach.
Nach der Tour haben wir uns noch im Tourismusbüro beschwert, da wir eine Butterfahrt auch mit jedem Rikshawfahrer hätten machen können. Ob es was gebracht hat, weiß ich nicht, aber ich hoffe es.
Unser Fazit von Chennai: Umgehen wenn möglich! Das Schönste an unserem Chennai-Aufenthalt war unsere Unterkunft, das YWCA International Guesthouse.
Zum Glück müssen wir während unserer Reise nur noch einmal nach Chennai und dann auch nur zum Busbahnhof. Eigentlich wollten wir mit dem Zug nach Madurai, aber wir haben keine Tickets mehr bekommen. Also müssen wir am Freitag wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und mit dem Bus fahren.
Ross Island, eine kleine Insel vor Port Blair, war lange der Verwaltungssitz der Briten. 1941 sind viele der Gebäude durch ein Erdbeben zerstört worden. Im Zweiten Weltkrieg besetzten die Japaner die Insel und die Briten verlegten ihren Verwaltungssitz, nachdem sie die Andamanen zurückerobert hatten, nach Port Blair. Die Gebäude wurden der Natur überlassen. Heute ist die Insel eine Art Museum der besonderen Art. Alles ist typisch indisch kitschig aufgezogen, was allerdings die Eindruckskraft der von Bäumen überwucherten Ruinen nur wenig stört (hier stört eher, dass manche Teile der Ruinen als großer Mülleimer verwendet werden).
Da montags alle Museen und Sehenswürdigkeiten in Port Blair geschlossen haben, sind wir nach Ross Island gefahren. Hier sind unsere Fotos:
An unserem letzten Tag wollten wir eigentlich zuerst unser Ticket für die Fähre am Sonntag kaufen. Da das Internet aber seit Ende März auf Havelock nicht mehr funktioniert hat, ist es zurzeit nicht möglich, Tickets im Voraus zu bestellen (versteh einer die Logik; als wir die Tickets am nächsten Tag gekauft haben, wurde sowieso alles handschriftlich in ein Buch eingetragen).
Nachdem wir also keine Fährentickets gekauft hatten, sind wir erstmal wieder einen Bananenpfannkuchen frühstücken gefahren. Wir haben uns nämlich auf Havelock einen Roller gemietet und sind damit durch die Gegend gedüst. Nach dem Frühstück haben wir uns gestärkt auf große Shopping-Tour begeben. Resultat: viele neuen T-Shirts und eine Tasche.
Getrieben von Abenteuerlust wollten wir unbedingt mal herausfinden, wohin eine der der beiden Hauptstraßen auf Havelock führt bzw. wo sie endet. Also sind wir kilometerweit an wunderschönen Stränden vorbeigefahren. Irgendwann mussten wir feststellen, dass aus der Straße eine Schotterpiste wird, auf der wir ohne Jeep nicht hätten weiterfahren können. Unterwegs haben wir noch einen Abstecher zum Elephant Training Camp gemacht, was allerdings sehr enttäuschend war. Weit und breit keine Elefanten, nur Ziegen und Hunde. Vielleicht waren die Elefanten gerade bei einem Arbeitseinsatz im Dschungel.
Am frühen Nachmittag haben wir dann noch unsere Badesachen gepackt und sind zum Radha Nagar Beach gefahren, wo wir bis zum Sonnenuntergang geblieben sind.
Frisch geduscht sind wir dann abends ins Red Snapper gefahren und haben den Abend noch bei einem guten Essen ausklingen lassen. Als es mal wieder einen Stromausfall gab (wie gerade auch mal wieder hier im Internetcafe), kamen die Kellner direkt mit Kerzen an. Außerdem gab es an dem Abend Live-Musik, was zu einem wirklich perfekten Abschluss beigetragen hat.
Dazu hier noch die passenden Fotos.
Hier noch ein kleiner Nachtrag zum Elephant Beach. Die Fotos sind hauptsächlich von dem Waldweg zum Strand, weil dann leider der Akku von der Kamera leer war und wir natürlich keinen Ersatzakku dabei hatten.
Havelock Island haben wir gestern (leider) hinter uns gelassen, haben dafür aber nun wieder eine “schnelle” Internetverbindung und können die vielen tollen Fotos nachliefern. Hier schon mal ein paar:
Keine Osterhasen, keine Ostereier und die Regale sind auch nicht voll mit Schokolade. Da könnte man doch glatt Ostern vergessen. Tun wir aber nicht und wünschen allen ein frohes Osterfest.
P.S. Schokolade gibt es hier natürlich auch. Hier werden wegen Ostern halt nicht ganze Regale umgeräumt. Hier gibt es sogar Schokoladenkreationen, die es in Deutschland nicht gibt. Wenn man im Geschäft denkt: “Sind die Snickers und Mars in Indien nicht irgendwie dünner und breiter!” Sollte man lieber die Riegel aus dem Kühlschrank nehmen!
Während es am Donnerstag nur einige kräftige Schauer waren, nach denen die Sonne wieder raus kam, hat es gestern eigentlich fast ununterbrochen geregnet. Anscheinend hat uns das Regenwetter aus Dubai wieder eingeholt.
Das war aber auch nicht allzu schlimm, da Christof gestern mit dem “Delhi Belly” zu kämpfen hatte und so sein Aktionsradius doch sehr eingeschränkt war.
Heute sieht nicht nur das Wetter wieder besser aus, auch Christof geht es wieder besser. Da dies unser letzter Tag im Paradies ist, wissen wir gar nicht so recht, was wir noch alles machen wollen.
Egal, ob man nun die Metaphern „das glühende Schwert“, „der Feuerstrahl“, „Montezumas Rache“ (eigentlich der falsche Kontinent) verwendet oder ob man einfach üble Diarrhoe sagt, es ist und bleibt immer dasselbe, eine scheiß unangenehme Angelegenheit. Durchfall gehört wohl zu den häufigsten Reiseerkrankungen, vor allem wenn man nach Indien fährt. Es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen, die man jedoch treffen kann, um, mit viel Glück, doch drum herum zu kommen.
Für genauere Infos kann ich das „Merkblatt für Beschäftigte und Reisende – Durchfall (Diarrhoe)“ vom Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes empfehlen.