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Wir sind in Mamallapuram

Nach unserer Enttäuschung in Chennai ging es gestern nach Mamallapuram. Abenteurer wie wir sind, sind wir gestern zuerst mit dem Bus zum Busbahnhof gefahren. Da die Haltestellen nicht wirklich gekennzeichnet sind (oder uns fehlt der Durchblick), sind wir mitten auf der Kreuzung in den langsam fahrenden Bus gesprungen. Obwohl es am Busbahnhof deutlich erkennbare Schilder mit den Zielen der Busse gibt, hat uns das nicht wirklich weitergeholfen, da die Busse, die in den entsprechenden Haltebuchten stehen, ganz woanders hinfahren. Wir haben es trotzdem geschafft und sind gegen 13 Uhr in der absoluten Mittagshitze in Mamallapuram angekommen. Nachdem wir ein Hotel gefunden und uns geduscht hatten, haben wir uns auf den Weg gemacht, die Stadt anzuschauen.
Mamallapuram ist eine sehr kleine Stadt, die für ihre aus dem Fels gehauenen, sehr alten Tempel bekannt ist. An jeder Ecke gibt es hier Steinmetze, Schneider und Schuster, die auch ihre selbst hergestellten Waren direkt anbieten. Vor allem die Steinmetze sind dabei sehr interessant; man kann Ihnen dabei zuschauen wie sie kleine und große Skulpturen herstellen. Bei einem Steinmetz durfte ich auch gleich in die Lehre gehen und mitarbeiten.
Nachdem wir nach zwei Tempelanlagen auch endlich auf die von Doris erhofften Affen gestoßen sind, hat sich ein sehr lustiges Spektakel ereignet: Doris stand, mit der Wasserflasche in der Hand, auf dem Weg und beobachtete die Affen, als der größte Affe direkt auf sie zu kam und ihr die Wasserflasche aus der Hand riss. Gekonnt hat der Affe die Flasche geöffnet und sich einen halben Liter Wasser reingekippt. Die total verdutzte Doris stand nur auf dem Weg und kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
Heute haben wir uns noch die restlichen Tempelanlagen angeschaut, werden gleich noch ein bisschen shoppen gehen und dann gegen 17 Uhr zum Busbahnhof in Chennai zurückfahren, um von dort über Nacht nach Madurai zu fahren. Von dort aus geht es in das Periyar Wildlife Sanctuary, wo wir ein bisschen wandern und entspannen wollen.

Frohe Ostern

Keine Osterhasen, keine Ostereier und die Regale sind auch nicht voll mit Schokolade. Da könnte man doch glatt Ostern vergessen. Tun wir aber nicht und wünschen allen ein frohes Osterfest.

P.S. Schokolade gibt es hier natürlich auch. Hier werden wegen Ostern halt nicht ganze Regale umgeräumt. Hier gibt es sogar Schokoladenkreationen, die es in Deutschland nicht gibt. Wenn man im Geschäft denkt: “Sind die Snickers und Mars in Indien nicht irgendwie dünner und breiter!” Sollte man lieber die Riegel aus dem Kühlschrank nehmen! :-)

Zugfahren in Indien

Eigentlich wollten wir ja mit dem Chennai Mail Express, einem Nachtzug, nach Chennai fahren. Da dieser aber ausgebucht war, haben wir nur Wartelistentickets bekommen. Am Ende haben wir uns gegen den Nacht- und für den frühesten Morgenzug entschieden, den Chennai Shatabdi Express (Zugnummer 2028). Eine sehr gute Wahl, wie sich herausstellte. Neben der Tatsache, dass wir so sehr viel von der Landschaft Indiens sehen konnten, ist der Service an Bord ausgezeichnet. Da wir beide sehr müde waren, wollten wir eigentlich ein wenig im Zug schlafen, da kam aber schon der erste Zugbegleiter und brachte uns eine Zeitung, sowie Kaffee/Tee und Kekse. Zudem haben wir noch je eine 1L Flasche Wasser erhalten. Nach etwa zwei Stunden Fahrt, kam dann das Frühstück. Da wir uns für NON-VEG also nicht vegetarisch entschieden haben, gab es Omelett, sowie Toast, Butter, Marmelade und Tee/Kaffee. Übrigens sollte man nicht schon nach dem ersten Bissen ordentlich mit Pfeffer nachwürzen, es kann sich nämlich auch um ein grünes Chili Omelett handeln, bei dem am Rand keine Chili gelandet ist ;-) Wir sind übrigens ACC (Aircondition Chair Car) gefahren und die Fahrt für 361Km hat und ca. 7,50€/Person gekostet. Also eine sehr gute Klasse. Morgen probieren wir jedoch mal die Local Trains aus.

Heute haben wir indisch gegessen

Nein, dass ich heute indisch gekocht habe ist nicht das Besondere. Seit wir uns aktiv auf Indien vorbereiten mach ich das häufiger. Aber auch wenn nichts Indisches auf dem Plan steht, wird es ordentlich mit Cayennepfeffer oder Chili- und Currypulver gewürzt. Und zwar ausnahmslos alles! Apfel-Chili, Butterbrot-Chili, Milchreis-Chili usw.
Heute gab es Schweinefilet (nicht besonders indisch) mit Daal. Ich würde Daal nicht als Pampe bezeichnen wollen, da Pampe einen negativen Touch hat. Aber Daal ist halt “rote Linsen Pampe” mit Gemüse. Um uns ein wenig einzustimmen, wurde mit der Hand gegessen. Natürlich nicht mit der “Stinkehand”, sondern ordentlich mit der Rechten. Ein wenig erinnerte es mich an den Kindergarten und die Knetmasse, da konnte man auch so schön rummatschen. Nein, aus der analen Phase bin ich schon raus. Es war halt ein wenig gewöhnungsbedürftig, ging aber ganz gut. Während des Essens stellten sich mir aber noch einige Fragen:

  • Darf man mit Links aus dem Glas trinken?
  • Wie reinigt man seine Finger nach dem Essen? Ablecken? Tücher? Wasserschalen?
  • Ist das Essen kleingeschnitten?

Das finde ich aber spätestens vor Ort noch raus. Irgendwie fühlen sich meine Finger jetzt geschmeidig an.

Höhere Freigrenzen für Reisemitbringsel aus Drittländern

Da ja teilweise unterschiedliche Meinungen darüber herrschen, was und wie viel man aus dem Ausland einführen darf, wollte ich aus aktuellem Anlass meinen Senf dazugeben und mit meinem Halbwissen überzeugen. Innerhalb der EU ist dies ja recht simpel geregelt; eigentlich darf man bis auf einige Ausnahmen alles ein- und ausführen. Genauer hingeschaut wird bei Alkoholika und Tabakwaren.
Möchte man jedoch aus einem Drittland (nein, kein Dritte-Welt-Land, Drittländer nennt der Beamte alle Länder außerhalb der EU) einreisen, so gibt es bestimmte Freigrenzen die man einhalten sollte muss. Genaueres kann man auf der Seite vom Zoll oder hier im Überblick nachlesen:

1. Tabakwaren (nur für Personen ab 17 Jahren):

  1. 200 Zigaretten oder
  2. 100 Zigarillos oder
  3. 50 Zigarren oder
  4. 250 Gramm Rauchtabak oder
  5. eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren

2. Alkohol und alkoholhaltige Getränke (nur für Personen ab 17 Jahren):

  1. Ein Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Volumenprozent oder unvergällter Ethylalkohol mit einem Alkoholgehalt von 80 Volumenprozent oder mehr oder
    zwei Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Volumenprozent oder
    eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren,
  2. vier Liter nicht schäumende Weine und
  3. 16 Liter Bier

3. Arzneimittel:
die dem persönlichen Bedarf des Reisenden entsprechende Menge

4. Kraftstoffe:
für jedes Motorfahrzeug

  1. die im Hauptbehälter befindliche Menge und
  2. bis zu zehn Liter in einem tragbaren Reservebehälter

5. andere Waren:

  1. bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro;
  2. für Flug- bzw. Seereisende bis zu einem Warenwert von insgesamt 430 Euro;
  3. für Reisende unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von insgesamt 175 Euro.

Interessant ist die seit dem 1. Dezember 2008 geänderte Einfuhrgrenze für Flug- bzw. Seereisende, welche von 175 EUR auf 430 EUR erheblich heraufgesetzt wurde. So brauchen wir uns bei den Geschenken und Mitbringseln nicht zurückzuhalten. Punkte 1&2 werden von uns nicht ausgenutzt, daher können Wünsche entgegengenommen werden.