Autoren-Archiv für doris&christof

Mysore

Von Ooty wollten wir den 6:30 Uhr Bus nach Mysore nehmen. Daher sind wir mal wieder richtig früh aus den Federn gehüpft. Am Busbahnhof angekommen, mussten wir feststellen, dass der 6:30 Bus ausfällt. Also haben wir, wie alle Anderen auch, auf den 7 Uhr Bus gewartet. Als dieser dann um 6:50 kam, hatten wir noch gar nicht realisiert, dass es der richtige Bus ist, schon war dieser rappelvoll. Da wir nicht auf dem Dach mitfahren wollten, blieb uns nichts anderes übrig, als auf den 7:30 Uhr Bus zu warten. Diesmal ein wenig schlauer, haben wir die Rucksäcke bereits um 7:15 Uhr angezogen und sobald der Bus zu sehen war, ist Christof hingesprintet und in den langsam fahrenden Bus gesprungen. Somit war er der Erste (dicht gefolgt vor allen Anderen) im Bus und konnte uns zwei Sitzplätze sichern.  Mit der Zeit füllte sich aber der Bus so dermaßen, dass die Fahrt zu einer reinen Tortur wurde. Endlich in Mysore angekommen, wollten wir uns rechtzeitig um die Weiterfahrt nach Hampi (über Hospet) kümmern. Anders als erhofft, gab es keine Sleeper Busse nach Hampi, sondern nur “Ordinary Buses”. Nach unserer langen, anstrengenden Fahrt in solch einem Bus hätten wir dies nicht für weitere 9 Stunden über Nacht ertragen. Daher haben wir beschlossen, erst einmal eine Nacht in Mysore zu bleiben und dann mit dem Nachtzug über Bangalore nach Hospet (und dann mit dem Bus nach Hampi; ca. 12Km) zu fahren. Im Endeffekt war dies auch die perfekte Lösung. Die Fahrt mit dem Zug war sehr angenehm und wir kamen relativ erholt in Hampi an.

In Mysore konnten wir uns an diesem Tag leider nur den Devaraja Markt anschauen, da aufgrund der Wahlen alle anderen Sehenswürdigkeiten geschlossen waren. Der Markt ist wirklich sehr schön, besonders die Farb- und Blumenstände stellen schöne Fotomotive dar. Mysore ist für seine Duftöle und Räucherstäbchen bekannt. Und man kann an zahlreichen Ständen zuschauen, wie Räucherstäbchen hergestellt werden. Man kann es sogar selbst ausprobieren. Gar nicht so einfach!
Am nächsten Tag haben wir uns noch den Mysore Palace angeschaut, der einfach beeindruckend ist. Die Fotos sprechen aber auch hier wieder für sich.

Ooty, die Wanderung!

Die Wanderung auf eigene Faust war schon sehr gut. Die geführte Wanderung am nächsten Tag, die wir diesmal rechtzeitig gebucht haben, war einfach super. Die Strecke, die der Guide ausgewählt hatte, führte uns durch unterschiedliche Landschaften, mitunter durch zahlreiche weitläufige Teeplantagen. Der Höhepunkt der Wanderung war die Besteigung eines Berges, von dem wir eine atemberaubende Aussicht hatten. Die Fotos sprechen hoffentlich für sich.

Wir leben noch :-)

Es tut uns leid, dass wir die letzten Tag nichts von uns haben hören lassen. Die letzten Tage waren etwas hektisch und stressig (viel zu sehen und zu wenig Zeit). Außerdem gab es hauptsächlich Internetcafes mit sehr niedriger Geschwindigkeit, so dass wir keine Fotos hochladen konnten. Aber das holen wir jetzt bald nach, versprochen!
Nach unserem Aufenthalt in Ooty sind wir weiter nach Mysore gefahren, der Räucherstäbchenstadt Indiens, und danach weiter nach Hampi,was ein Muss für jeden Indienreisenden ist. Dort ist Doris leider etwas krank geworden, wodurch aus unserer kleinen Goa-Rundreise leider nichts geworden ist. Wir sind am Montag in Margao angekommen und haben uns an die vom Arzt verordneten 2 Tage Ruhe gehalten. Das hat uns beiden auch mal ganz gut getan.
Morgen geht es auf zu unserer letzten Station in Indien: Mumbai. Und dann sind wir auch schon fast wieder in Deutschland. Genaueres über die letzten Stationen erfahrt ihr in Kürze.

Die Tiger-Bären-Kuh

So unorganisiert wie wir sind, haben wir es mal wieder verpeilt die Trekkingtour, die wir geplant hatten, rechtzeitig zu buchen. Zudem haben wir auch noch länger geschlafen und uns beim Frühstück richtig viel Zeit gelassen. Daher wurde nichts aus der geführten Tour und so haben wir uns eine eigene Tour zusammengestellt: Botanischer Garten, Dudda Betta (höchster Punkt in Südindien) und zurück zu Fuß nach Ooty.
Der Botanische Garten ist wirklich sehr schön, leider hatten wir viel Glück mit dem Wetter und es war wirklich voll. Alle fünf Meter wurden wir von freundlichen Indern angesprochen, ob wir mit Ihnen ein Foto machen möchten. Dies war auch die ersten zweihundert Mal lustig, aber irgendwann will man auch seine Ruhe haben und ein wenig herumschlendern. Wir haben uns gefragt, ob es in Deutschland als fremdenfeindlich angesehen würde, wenn wir in Deutschland einem Inder begegnen und ihn bitten würden ein Foto von Ihm machen zu dürfen.
Nach dem Botanischen Garten ging es dann mit dem Bus Richtung Dudda Betta. Da der Bus die Station nicht ganz anfährt, musste wir die letzten drei Kilometer zu Fuß zurücklegen; alternativ hätten wir auch einen Jeep nehmen können, aber wir wollten ja was von der Landschaft sehen und sind ja zum Wandern hier. Der Weg zum Dudda Betta ist sehr steil und die Abgase der vorbeifahrenden Fahrzeuge machen den Weg nicht gerade angenehm. Irgendwann haben wir uns dann entschlossen durch den Wald, der neben der Straße verläuft, weiterzugehen. Auch wenn es manchmal etwas sehr müllig war (das waren dann die Plätze, an denen die Inder Rast gemacht haben), haben wir einen sehr schönen Aussichtspunkt gefunden.
Als wir endlich am höchsten Punkt angelangt waren, waren wir etwas erstaunt, dass man für die letzten Meter Eintritt zahlen muss; zwar nur fünf Rupees, aber gewundert hat es uns schon.
Der Mann vom Tourismusbüro hatte uns gesagt, dass wir einen der Mitarbeiter oben fragen sollen, welchen Weg wir am besten zurück nach Ooty gehen können. Der Mitarbeiter ist dann mit uns zu der Zugangsstelle gegangen und hat uns zu verstehen gegeben, dass wir nur immer bergab gehen müssen (ist ja auch klar, wenn man am höchsten Punkt ist). Der besagte Weg war allerdings nicht mehr als ein Trampelpfad, auf dem es zum Teil wirklich Steil herab ging, man durch Stachelbüsche hindurch musste und kleine “Sumpfgebiete” überspringen musste. Irgendwann mitten im Wald hörten wir plötzlich ein lautes Brüllen und fragten uns ängstlich, ob es in Ooty Bären oder Tiger gibt. Wir sind also weitergegangen und haben an jeder Wegbiegung nach einem Tiger Ausschau gehalten, nur um später festzustellen, dass es sich bei dem potentiellen Tiger um eine Kuh gehandelt hat.
Am späten Nachmittag haben wir uns dann entschlossen, noch einen Tag länger in Ooty zu bleiben und haben direkt die Trekkingtour für den nächsten Tag gebucht.

Auf nach Ooty

Heute Morgen sind wir sehr früh aufgestanden, um den Zug nach Coimbatore zu nehmen. Da der Zug ein Nachtzug war, konnten wir noch sehr gut einige Stunden Schlaf nachholen. Eigentlich hatten wir vor, eine Nacht in Coimbatore zu übernachten und am nächsten Tag in die Nilgiri Mountains aufzubrechen. Da der Mann vom Tourismusbüro uns aber geraten hat, heute noch nach Mettupalayam zu fahren, da wir sonst kein Ticket mehr für den Zug nach Ooty kriegen, haben wir das auch direkt mal gemacht. Wir sitzen jetzt also hier in Mettupalayam, einem Ort, der nicht im Reiseführer Erwähnung findet, und werden morgen wieder gegen 4 Uhr aufstehen, um noch Tickets für den Zug um 7 zu bekommen. Drückt uns die Daumen!
Mehr von uns hört ihr wieder aus Ooty.

Die Backwaters von Kerala

Nachdem wir uns also auf “The Icon” eingerichtet hatten, ging es auch schon los. Zunächst wurden wir mit einer trinkbereiten Kokosnuss und Jasminkette begrüsst und wir fühlten uns wie auf Hawaii. Von unserer Anlegestelle hinaus ging es erstmal auf einen großen See. Nachdem wir den überquert hatten, gab es auch schon das Mittagessen. So viel haben Christof und ich in Indien auf einmal noch nicht gegessen.
Den Rest des Tages ging es durch die Kanäle und um 16 Uhr sind wir aufs Kanu umgestiegen. Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir selber paddeln müssten. Jedoch wurde uns die Arbeit vom “Knochenmann” abgenommen. Wir haben ihn “Knochenmann” genannt, weil er sehr dünn ist und eigentlich nur aus Muskeln bestehen muss. Jedenfalls hatte er ein Mordstempo drauf. Diese Art die Backwaters zu erkunden bringt einen noch näher an die schöne Landschaft und Tierwelt. Am zweiten Tag war uns der Ausflug mit dem Kanu allerdings etwas zu privat, da die Menschen, die in den Backwaters leben, den Fluss nicht nur als Küche, sondern auch als Badezimmer verwenden.
Abends haben wir noch ein wenig geangelt (aber nichts gefangen) und es gab noch ein super Abendessen, was allerdings von den vielen Mücken etwas gestört wurde. Um nicht noch mehr Mücken anzulocken haben wir nach dem Dinner das Licht ausgemacht und den Sternenhimmel bewundert.
Der zweite Tag verlief ähnlich, mit viel gutem Essen und einer langen Fahrt durch die verwundenen Kanäle der Backwaters. Heute Morgen auf dem Rückweg haben wir nochmal Halt gemacht und gelernt, wie man ein Fischernetz richtig auswirft. Gar nicht so einfach wie es bei den Fischern immer aussieht! Aber wir haben uns bestimmt wacker geschlagen.
Seit heute Mittag haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und zögern keine Sekunde euch die neuesten Fotos zu präsentieren.

Die Suche nach einem Boot

Nach unserer Ankunft in Johnson’s Guesthouse haben wir schnell festgestellt, dass die anderen Gäste auch Deutsche sind und so haben wir uns abends noch über unsere bisherigen Indienerfahrungen ausgestauscht.
Am nächsten Morgen sind wir dann auf die Suche nach einem guten Angebot für eine Hausbootfahrt gegangen. Da das Boarding meist so gegen 11:30 oder 12 Uhr ist, hatten wir gar nicht so viel Zeit, uns unterschiedliche Anbieter und deren Boote anzusehen. Im Endeffekt haben wir uns dann für das Angebot von Johnson, unserem Gastgeber, entschieden. Es war im Vergleich zu den anderen Anbietern zwar wesentlich teurer, aber hatte zwei Vorteile: 1. Der gesamte Ablauf stand vorher im Detail fest und alle Zusatzleistungen wie z.B. Kajakfahren, Fischen, Essen waren inklusive.
2. Sobald es irgendwelche Missverständnisse oder Abweichungen von dem Plan gab, konnte man Johnson vom Handy der Crew direkt anrufen und das Problem klären. Dies war sehr gut, da die Crew (der Kapitän, der Koch und ein Assistent) in der Regel nur wenig Englisch spricht.
Bei den anderen Anbietern hatten wir das Gefühl, dass sie zwar den Preis aufgrund der Nebensaison senken, jedoch dafür an anderen Leistungen sparen.
Ein Hauptkostenpunkt bei einer Bootsfahrt ist der Diesel. Am Tag verbraucht so ein Boot um die 30 L Diesel, was mit ca. 1200 Rs ins Gewicht fällt. Daher machen wohl andere Anbieter wesentlich längere Mittagspausen und ankern abends bereits sehr viel früher, um Diesel zu sparen.

So hatten wir uns dann entschlossen das Boot von Johnson zu chartern und gingen dann direkt an Bord von “The Icon”.

Von Kumily nach Allepey

Am Mittwoch sind wir, nachdem wir noch Tee und Gewürze aus der Region gekauft haben, mit dem Bus weiter nach Allepey gefahren. Auch wenn diesmal die Sitze im Bus ein wenig durchgesessen waren und wir das Gefühl hatten, auf Holzbohlen zu sitzen, haben wir die Fahrt der Landschaft wegen sehr genossen. Zunächst fährt man auf Serpentinen durch zahlreiche Tee- und Kaffeeplantagen. Auf der anderen Seite des Berges folgten dann Kautschuk- und Ananasplantagen. In flacheren Gebieten gab es dann Reisplantagen und zahlreiche kleine Dörfer bis wir dann langsam die Kanäle der Backwaters kurz vor Allepey erreichten. Unsere Reise wurde kurz unterbrochen da ein Festmarsch mit geschmücktem Elefanten und vielen Trommlern die Straße blockierte. Uns hat dieser kleine Stopp sehr gefallen, jedoch war unser Busfahrer nicht besonders begeistert, da er die Zeit noch aufholen musste. Kaum in Allepey angekommen, wurden wir von “Schleppern” umlagert, die uns ihre Unterkünfte und Hausboote angepriesen haben. Anders als in anderen Städten hat es jedoch diesmal ein wenig Spaß gemacht, zu sehen wie sich die Schlepper gegenseitig ausgespielt haben. So sind wir zum Schluss beim Johnson Guesthouse gelandet.

Vanille, Kardamom, Zimt, Pfeffer, Tee, Kaffee…

Das alles und noch viel mehr haben wir heute bei einer Spice Tour gesehen und teilweise auch probiert. Vom schlechten Beispiel der Tour des Tourismusbüros in Chennai haben wir uns nicht abschrecken lassen und haben hier beim Tourismusbüro eine Tour durch die Gewürzgärten, Tee- und Kaffeeplantagen gebucht. Und diese Mal hat es sich auch wirklich gelohnt. Es war sehr interessant zu erfahren, wie die einzelnen Gewürze wachsen, wie ihre Blüten aussehen, wie lange sie zum Reifen brauchen usw. Am besten war aber die Teeplantage. Als wir ankamen, kamen gerade die Pflückerinnen mit der ersten Ladung Teeblätter zur Sammelstelle; das war wirklich ein Erlebnis. Leider ist uns erst sehr viel später, nämlich in der Teefabrik, aufgefallen, dass in unserer Kamera gar keine Speicherkarte eingelegt war. Unser Fahrer war so nett, dass er auf dem Rückweg nochmal bei der Teeplantage angehalten hat, damit wir ein paar Fotos machen können; leider waren dann aber keine Pflückerinnen und riesige Mengen von Teeblättern mehr da. Wir hoffen, dass die Fotos, die wir noch gemacht haben, euch trotzdem einen schönen Einblick geben.

Bamboo Rafting

Heute haben wir den ganzen Tag im Naturschutzgebiet verbracht, und zwar mit Wandern und Bambusfloßrudern. Entgegen der Aussage von der Touristeninformation sind wir dabei doch nass geworden (zum Glück nicht annähernd so nass wie gestern). Wir sind heute richtig früh aufgestanden, nämlich um 6, weil unsere Tour um 8 angefangen hat. Nach einer einstündigen Wanderung sind wir auf das Bambusfloß umgestiegen. Als wir unser Ziel erreicht hatten, gab es erstmal Frühstück (Toast, Marmelade, Bananen, Kaffee). Gestärkt sind wir dann zur nächsten Wanderung aufgebrochen. Auch nach langem Suchen konnten wir keine wilden Tiere sichten, bis uns schließlich eine kleine Herde Büffel über den Weg gelaufen ist. Ansonsten haben wir noch Frösche, Wildschweine, eine Schlange, wilde Hunde, zwei unterschiedliche Affenarten und viele bunte Vögel gesehen. Leider gab es keine Elefanten, Leoparden oder Tiger, nur ganz viel Elefantenmist, Leopardenerbrochenes (da sie die schwarzen Affen essen, muss das Fell ja auch irgendwie wieder raus) und Tigerkratzspuren an Bäumen. Aber so ist das halt in der freien Natur; es gibt eben keine Garantie, dass man die Tiere zu Gesicht bekommt.
Nach dieser anstrengenden Wanderung gab es erstmal Mittagessen. Anschließend ging es auf den Rückweg; also zuerst wieder Paddeln und dann Wandern.
Alles in allem war es ein gelungener Tag, an dem wir zu Fuß die Flora und Fauna Keralas erkundet haben.