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Die letzten Tage in Indien

Nach Hampi hatten wir eigentlich vor, uns noch ein bisschen Goa, insbesondere Panaji und Old Goa, anzusehen. Daraus wurde aber leider nichts, da ich bereits in Hampi krank geworden bin. Der Arzt in Margao hat mir zwei Tage Bettruhe verordnet, so dass wir von Goa nicht viel gesehen haben, außer dem Hotelzimmer und ein bisschen was von Margao. Nach zwei Tagen in Margao bzw. im Hotelzimmer ging es dann auf unsere längste Zugreise. Nach ca. 12 Stunden Fahrt sind wir am 7. Mai in Mumbai angekommen.

Am nächsten Tag haben wir erstmal Mumbai erkundet. Um einen groben Überblick zu bekommen, haben wir die “Walking Tour” aus dem Lonely Planet Reiseführer gemacht. Gestartet sind wir am Gateway of India, von dem man auch einen schönen Blick auf das Taj Mahal Hotel hat. Danach ging es Richtung MG Road, wo wir einen kurzen Abstecher in das Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya, unter westlichen Reisenden wohl auch besser bekannt als das Prince of Wales Museum, gemacht haben. Weiter ging es dann zur St Thomas’ Cathedral, dem ältesten englischen Gebäude in Mumbai, vorbei am High Court, der Universität und zum Chhatrapati Shivaji Terminus (Victoria Terminus).

Eigentlich hatten wir vor, am letzen Tag unserer Indienreise einen Ausflug zur Elephanta Island zu machen, aber leider wurde Christof krank. So haben wir uns morgens noch den Crawford Market angeguckt und während Christof sich nachmittags erholt hat, bin ich auf dem Colaba Causeway noch ein bisschen shoppen gegangen.
Noch ein Tipp: Besucht unbedingt das Theobroma (Colaba Causeway). Es handelt sich dabei um eine kleine feine Bäckerei, in der man allerlei Kuchen und Torten sowie “richtiges” Brot bekommt. Zwar nicht ganz billig, aber es lohnt sich!

Am 10. Mai hieß es dann wieder früh aufstehen für uns, ab zum Flughafen und zurück nach Deutschland.

Ross Island

Ross Island, eine kleine Insel vor Port Blair, war lange der Verwaltungssitz der Briten. 1941 sind viele der Gebäude durch ein Erdbeben zerstört worden. Im Zweiten Weltkrieg besetzten die Japaner die Insel und die Briten verlegten ihren Verwaltungssitz, nachdem sie die Andamanen zurückerobert hatten, nach Port Blair. Die Gebäude wurden der Natur überlassen. Heute ist die Insel eine Art Museum der besonderen Art. Alles ist typisch indisch kitschig aufgezogen, was allerdings die Eindruckskraft der von Bäumen überwucherten Ruinen nur wenig stört (hier stört eher, dass manche Teile der Ruinen als großer Mülleimer verwendet werden).
Da montags alle Museen und Sehenswürdigkeiten in Port Blair geschlossen haben, sind wir nach Ross Island gefahren. Hier sind unsere Fotos:

Radha Nagar Beach

Am Sonntag wollten wir mal einen der Schnorchel Top Spots ausprobieren, den Elephant Beach. Da bei dem Rollerverleih unseres Vertrauens alle Roller ausgeliehen waren, haben wir uns Fahrräder geliehen, in der Annahme, dass der Weg schon nicht so lang sein wird. Den Elephant Beach kann man nur über einen Trampelpfad durch den Dschungel erreichen und der Zugang zu diesem Pfad sollte laut Lonely Planet auch gut ausgeschildert sein. Wir haben uns also in der Mittagshitze abgequält und mussten auch feststellen, dass die Insel leider überhaupt nicht flach, sondern sehr hügelig ist. Wir sind also geradelt und geradelt und sind am Ende nicht am Elephant Beach, sondern auf der anderen Seite der Insel gelandet, am berühmten Radha Naghar Beach. Dieser Strand ist zwar nichts zum Schnorcheln, aber zum Schwimmen ist er super. Es ist einfach atemberaubend. Ein sehr langer weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser und kaum Menschen. Ich glaube die Fotos sprechen für sich (Sobald wir eine Gelegenheit finden diese hochzuladen; was Internet angeht ist die Insel zur Zeit von der Außenwelt abgeschnitten). Der Rückweg war nicht mehr ganz so anstrengend, dafür aber etwas beängstigend. Mit den frei laufenden Hunden hatten wir bisher noch nie Probleme, weder am Strand, noch in der Stadt. Am Strand sind sie manchmal etwas anhänglich und laufen hinter einem her und in der Stadt/Dorf meiden sie einen eigentlich. Auf dem Rückweg von Radha Nagar Beach muss man an ein paar Häusern vorbei. Die Hunde dort scheinen einen sehr ausgeprägten Revierverteidigungsinstinkt zu haben. Als wir vorbeigefahren sind, hat mich ein Hund bellend verfolgt und ich habe schon fast seine Zähne in meinen Waden gesehen. Zum Glück hat er irgendwann die Verfolgung aufgegeben. Danach haben wir uns erstmal ein paar Steinchen in die Hosentasche gesteckt; man weiß ja nie.
Abends haben wir unsere Fahrräder gegen einen Roller ausgetauscht und waren dann noch essen. Wir haben unser absolutes Lieblings“restaurant“ gefunden. Wir hatten keine Ahnung, was wir bestellt hatten, aber es war super lecker. Da die in unserem Hotel für das Frühstück 500 Rs berechnen, was bei dem Frühstücksangebot nun wirklich nicht gerechtfertigt ist, waren wir am Sonntag morgen wieder in dem Restaurant und haben die besten Bananenpfannkuchen gegessen. Mit Tee und einer Flasche Wasser hat uns dieses sättigende Frühstück gerade mal 95 Rs gekostet.

Rikshawfahren für Fortgeschnittene (Chennai – Update)

Rikshawfahren in Chennai ist ein völlig neues Erlebnis. Rikshawfahrer versuchen einen übers Ohr zu hauen, wo sie nur können und sind wirklich anhänglich und hartnäckig. Alle verlangten Preise sind völlig überzogen. Aber man kann einige Tricks anwenden und wenn man es nicht ganz ernst nimmt, kann es auch zu einem Spaß werden eine Rikshaw zum fairen Preis zu finden. Meist ist es aber einfach nur nervig. Folgendes sollte man beachten:
Wenn man selber den Weg nicht abschätzen kann, ist es hilfreich jemanden, der sich auskennt zu fragen, wie viel eine Fahrt kosten würde. Ansonsten mit der Karte den Weg abschätzen und pro Km 10 Rs nehmen.
Nicht an Ballungsräumen für Rikshaws (z.B. direkt vor dem Bahnhof oder vor Einkaufszentren) nach Rikshaws suchen, lieber ein wenig gehen, der Preis fällt rapide.

Wenn man nur den Verdacht hat, der Rikshawfahrer weiß gar nicht wirklich wo das Ziel ist, einen anderen suchen. Auch wenn man einen Festpreis vereinbart hat, spart man sich so lästiges Umherfahren und Suchen.

Wenn man zu einem Geschäft gefahren werden möchte, kennt der Rikshawfahrer immer ein viel besseres Geschäft auf der anderen Seite der Stadt, wo er einen gerne hinfährt. Dabei ist er nicht wirklich immer nur hilfsbereit und möchte einem einen guten Tipp geben. Entweder der Rikshawfahrer bekommt eine Provision von dem Laden, wenn er dort Leute vorbeibringt oder er möchte einfach einen längeren Weg fahren, um mehr zu verdienen.
Tipp für den Bahnhof: Eine Prepaid-Rikshaw nehmen. Rechts vom Bahnhof gibt es einen Stand, an dem ein fairer Preis zum gewünschten Ziel im Voraus bestimmt wird. Dieser Service kostet 2 Rs, zahlt sich aber definitiv aus.

Die erste Zugfahrt

Morgen startet unsere erste Zugfahrt in Indien; von Bangalore geht es nach Chennai. Da wir in Bangalore viel mehr damit beschäftigt waren, unsere Weiterreise zu planen und uns an Indien zu gewöhnen, hatten wir nicht wirklich viel Zeit zum Sightseeing. Das soll sich in aber ab Chennai ändern. In Bangalore haben wir Professor Ramakrishnan besucht, der uns am Montag seine Arbeitsgruppe und den Campus gezeigt hat und uns am Dienstag zum Dinner eingeladen hatte. Bereits beim gemeinsamen Mittagessen am Montag hat er uns viele Gerichte der indischen Küche erklärt. Beim Abendessen gestern Abend hat er uns dann noch gezeigt wie man richtig mit den Fingern isst.
Morgen früh geht es um 6 Uhr los. Das heißt also richtig früh aufstehen (der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt in der Sommerzeit 3 Stunden; bei euch ist es dann also 3 Uhr nachts). Um 11 Uhr kommen wir dann in Chennai an.
Wir hoffen, dass wir morgen eine Möglichkeit finden, die ersten Fotos von Bangalore hochzuladen. Allzu viele Fotos haben wir bisher aber noch nicht gemacht.

Jetzt geht es los!

Jetzt geht los! Ab nach Indien.

Heute geht´s endlich ab nach Indien. Das Regenwetter macht es einem zurzeit auch nicht wirklich schwer, das Land verlassen zu wollen und in wärmere Gebiete zu reisen.

Wir berichten weiter sobald wir angekommen und eine Internetverbindung gefunden haben.

Infomaterial vom India Tourism Büro

Bereits Mitte Januar hatten wir online auf der Incredible!ndia-Homepage Infomaterial bestellt. Als auch nach 3 Wochen noch nichts angekommen war, haben wir mehrmals dort angerufen und endlich, irgendwann im Februar, kamen dann auch ein paar Broschüren. Die Broschüren sind okay, um einen groben Überblick zu bekommen. Allerdings hatten wir schon so viel in Reiseführern gelesen, dass für uns der Informationsgehalt relativ gering war. Die Fotos in den Broschüren sind zum Teil recht alt, aber teilweise auch neu und sehr professionell gemacht. In dem Paket war unter anderem auch ein Stadtplan von Mumbai, eine sehr bunte Karte von Indien und eine gute Karte von den Andamanen.
Es lohnt sich definitiv Infomaterial zu bestellen, um einen groben Überblick zu bekommen. Allerdings sollte man das wirklich frühzeitig machen. Etwas enttäuscht war ich von den Broschüren schon, da ich im letzten Jahr gesehen habe, was das Taiwan Tourism Office alles geschickt hat (u.a. einen Polyglott Reiseführer über Taiwan und ein Tagesticket für die Metro in Taipei – umsonst!).
Allerdings haben die Broschüren von Incredible!ndia auch einen gewissen Unterhaltungswert, der nicht zu verachten ist. Hier eine kleiner Auszug aus der Beschreibung von Goa:

Die 100km lange Küste Goas besitzt einige der herrlichsten Strände der Welt: Kilometerlange weiße Sandstrände, von morgens bis abends in goldenem Sonnenschein gebadet und nachts vom silbrigen Mondlicht überflutet, von schaumgekrönten Wellen aus dem Arabischen Meer umspült.

Na wenn sich das mal nicht zu schön anhört um wahr zu sein!
Außerdem ist mir noch ein Widerspruch aufgefallen, der mir auch schon mehrmals auf den Homepages der Bundestaaten begegnet ist (das beste Beispiel ist Kerala Tourism). Immer wieder wird auf angemessene Kleidung hingewiesen und dann Fotos von Touristinnen in kurzen Hosen und/oder schulterfreien Oberteilen gezeigt. So auch in den Broschüren. Während in einer Broschüre darauf hingewiesen wird, dass “kurze Hosen und unbedeckte Schultern unschicklich” sind, wird in einer anderen Broschüre ein Bild von einer Touristin in kurzen Hosen gezeigt. Irgendwie sendet man mit solchen Fotos ja schon die Botschaft, dass solche Kleidung in Ordnung ist, oder?!

Handtuchtest II

Nachdem wir nun ausgiebig die Handtücher getestet haben, sind wir zu folgenden Ergebnissen gekommen. Hier kommen die wichtigsten Daten

Handtuchgröße:
Xenos: 40×80 cm
CarePlus: 60×120 cm

Packmaß:
Xenos: 9×8x14 cm (BxHxT)
CarePlus: 11×9x23 cm

Gewicht:
Xenos: 107 g
CarePlus: 234 g

Saugkraft:
Während beim Xenos-Handtuch nicht mit einer bestimmten Saugkraft geworben wird, wirbt CarePlus damit, dass deren Handtuch ungefähr das 7-fache seines Gewichtes aufnehmen kann. Das konnte unser Test leider nicht bestätigen. Daher ein Minuspunkt für das CarePlus-Handtuch.

Trockenzeit:
Beide Handtücher haben ungefähr gleich lange gebraucht. Wir haben die Handtücher richtig nass gemacht und sie nur soweit ausgewrungen, dass sie nicht mehr getropft haben, wenn man sie aufgehängt hat. Beide Handtücher haben ca. 14 Stunden zum Trocknen benötigt.

Preis:
Xenos: 2,99€
CarePlus: 16,95€

Fazit:
Unser Favorit ist eindeutig das Handtuch von CarePlus. Auch wenn die Angaben zur Saugkraft etwas übertrieben sind, hat das Handtuch einen großen Vorteil: Es fühlt sich einfach viel besser an. Wenn man trockene Hände hat, ist das Xenos-Handtuch wirklich sehr unangenehm.
Und noch eine generelle Bemerkung: Wenn man sich vorher noch nie mit einem Mikrofaserhandtuch abgetrocknet hat, ist es wirklich etwas gewöhnungsbedürftig. Richtig gut saugt es nämlich erst, wenn es etwas feucht geworden ist und davor klebt es richtig an der Haut. Als ich die Handtücher zum ersten Mal nach dem Sport ausprobiert habe, dachte ich zuerst, dass ich nie trocken werde und klitschnass nach Hause fahren muss. Nachdem ich mich aber an die Besonderheiten eines Mikrofaserhandtuchs gewöhnt habe, finde ich es fast besser als die normalen Frottee-Handtücher.

Medical Certificate

Da es in manchen Ländern Probleme bei der Einfuhr bestimmter Medikamente geben kann, auch wenn man sie für den eigenen Gebrauch dringend benötigt, sollte man sich vorher vom Arzt bestätigen lassen, dass man diese Medikamente wirklich braucht. Auch das Auswärtige Amt empfiehlt Indien-Reisenden, eine Bestätigung über benötigte Medikamente mitzunehmen.
Leider ist es gar nicht so einfach, an ein Formular für so ein “medical certificate” ranzukommen. Ich habe ewig im Internet gesucht, bis ich etwas Passables gefunden habe. Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes gibt es einen Scan eines solchen Formulares. In einem Forum für Weltreisende habe ich ein sehr ähnliches Formular gefunden, das von der Qualität her etwas besser ist. Was mir persönlich an den Texten dieser Formulare nicht gefällt, ist, dass nicht deutlich wird, dass man die angegebenen Medikamente wirklich dringend benötigt. Deswegen habe ich noch selbst ein Formular (PDF) erstellt, das ich hier auch zur Verfügung stellen möchte. Ich weiß nicht, ob es “offiziell” genug ist, daher würde ich mir vom Arzt beide unterschreiben lassen.

“Eve teasing”

Früher oder später trifft man frau bei den Reisevorbereitungen für Indien auch auf dieses Thema. “Eve teasing”, so die euphemistische Beschreibung sexueller Belästigung, beschränkt sich laut dem Travel Handbook von Stefan Loose eher auf penetrante Blicke und anzügliche Kommentare. Dies, so heißt es weiter, ist “zwar ärgerlich, aber meistens nicht bedrohlich”.
Auf ähnliche Aussagen stößt man in allen Reiseführern, was mich doch etwas nachdenklich gemacht hat. Ich bin auch echt froh, dass ich mit Christof zusammen reise, was das “Eve-teasing” wohl drastisch einschränken soll. Dass man die Schultern bedecken, keinen Ausschnitt bis zum Bauchnabel haben und nicht gerade mit einem Mini-Rock rumlaufen sollte, war mir schon klar. Allerdings habe ich jetzt auch gelesen, dass Frauen keine kurzen Hosen tragen und auch generell keine figurnahe Kleidung anziehen sollten. Besonders überraschend war für mich der Ratschlag im Lonely Planet, dass Frauen nur in Touri-Gebieten im Bikini/Badeanzug schwimmen gehen sollten und ansonsten besser mit kurzer Hose und T-Shirt. Vielleicht sollte ich meine Packliste auf diese neuen Erkenntnisse noch hin anpassen?
Durch das Stöbern in diversen Foren, Reiseführern und Internetseiten bin ich auf eine Reihe von Verhaltens- und Kleidungsempfehlungen gestoßen. Ob diese Ratschläge hilfreich sind oder nicht, werde ich noch nach meiner Reise berichten. Hier erstmal meine bisherigen “Forschungsergebnisse”:

  • In den meisten Reiseführern und auf vielen Internetseiten wird Frauen geraten sich vor Ort einen salwar kamiz zu kaufen/schneidern zu lassen. Dieser entspricht nicht nur der örtlichen “Kleiderordnung”, sondern soll auch sehr angenehm im indischen Klima sein.
  • Am besten Sonnenbrillen tragen, da direkter Augenkontakt von Männern als Aufforderung interpretiert wird.
  • Mindestens knielange, besser noch knöchellange Röcke.
  • Weite Baumwollblusen (auch des Klimas wegen)
  • Immer einen BH tragen

Bei Aktionen, die über penetrantes Starren hinaus gehen, soll wohl folgende Taktik helfen: Die Worte chale jao, ausgesprochen chelo (habe ich von einer englischen Seite, daher die Aussprache anpassen), was so viel heißt, wie “Verschwinde!”, zusammen mit einem bestimmten, eiskalten Blick. Auch kann es wohl hilfreich sein, von einem Ehemann zu sprechen, der gleich wiederkommt. Anfassen gilt wohl als totales “No-Go” im indischen Regelsystem, von daher sollte man sich da auch deutlich zur Wehr setzen.
Mehr zum Thema auch unter www.journeywoman.com oder im Indien Aktuell Forum.
In einem Bericht der New York Times wird geschildert, dass “Eve teasing” auch für indische Frauen ein großes Problem darstellt.