Durch die Genter Altstadt

Nachdem wir nach einigen Irrungen und Wirrungen endlich unsere City Card in den Händen hielten, haben wir unser Sightseeing-Programm gestartet. Los ging’s mit einer Bootsfahrt durch die Altstadt, die ich wirklich jedem Gent Besucher nur empfehlen kann. Es ist einfach nett, durch die Kanäle zu tuckern und ein paar geschichtliche Fakten erzählt zu bekommen. Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt und wir haben ganz schön gefroren.

 

Nach der 40-minütigen Fahrt haben wir uns mit einer frischen, warmen Belgischen Waffel aufgewärmt. Erste Stops auf unserer Tour waren dann die St-Michael-Brücke und die St.-Bavo-Kathedrale mit dem berühmten Genter Altar. Der Besuch der Kathedrale selbst ist kostenlos, nur um in den Teil mit dem Genter Altar zu gelangen, muss Eintritt gezahlt werden. Mit der City Card brauchten wir nichts zahlen, mussten aber für den Audioguide jeweils einen Euro zahlen. Man befindet sich schließlich in einem recht kleinen, dunklen Raum und starrt mit rund 50 anderen Besuchern, die alle den Audioguide in der Hand halten, den Altar an. Die Farben der einzelnen Gemälde sind sehr kräftig und die Erläuterungen des Audioguides interessant. Da ich mich mit Kunstgeschichte aber null auskenne, kann ich die wahre Bedeutung dieser Gemälde wohl nicht mal ansatzweise erahnen. Nachdem wir uns den Altar angeschaut hatte, haben wir noch einen Gang durch die Kathedrale gemacht. Für mich ein absolutes Muss. Deren architektonischen Details und Feinheiten (Sternenhimmel) finde ich fast imposanter als den Altar. Leider durfte man keine Fotos machen. Ihr müsst also selber hinfahren und euch davon überzeugen.

Einem Stadtspaziergangsplan der Touristinfo folgend kamen wir irgendwann zum Vrijdagmarkt und haben uns mit einer Portion Belgischer Pommes und Krokette gestärkt. Als am späten Nachmittag plötzlich die Wolken aufrissen und die Sonne durchkam, hat sich die gesamte Atmosphäre in der Stadt verändert. Auf einmal war die Stadt proppenvoll. Die Cafés waren gut besucht, die Einkaufsstraße belebt und wir haben uns echt gefragt, wo die ganzen Menschen auf einmal herkommen.

Ein Gang durch die Werregarenstraat, der Graffiti-Straße Gents, war leider enttäuschend. Die Wände sind eigentlich nur noch ein bunter Mischmasch und die Motive, die noch zu erkennen sind, sind nichts Besonderes. Wir sind schließlich im Gruut gelandet, der Stadtbrauerei von Gent, die Bier ohne Hopfen braut. Hört sich im ersten Moment komisch an, ist aber trinkenswert. Auch das Brauhaus ist nett, wobei es kein Brauhaus ist, wie es vielleicht in Köln oder München zu finden ist. Die Location kommt ein bisschen alternativer daher, das Mobiliar ist wild zusammengewürfelt, eine Art kleiner Bach fließt durch den Raum und Braukessel sind Bestandteil der Inneneinrichtung. Im Gruut haben wir den berühmten Ganda-Schinken probiert, der im Vleeshuis am Groentenmarkt zum Reifen hängt. Dazu gab es noch einen scharfen, körnigen Senf. Sehr lecker. Die Bedienung war super nett und hat noch extra nach dem Namen des Senfes geschaut. Er stammt aus dem Hause Ferdinand Tierenteyn, das ein Geschäft gleich auf dem Groentenmarkt hat. Sonntags hat der Laden leider geschlossen, aber wir haben einen Supermarkt gefunden, in dem es den Senf auch gab. Glück gehabt!

 

Nachteil des guten Wetters war, dass es sehr spät dunkel geworden ist. Warum das ein Nachteil ist? Im Vorfeld habe ich immer so tolle Fotos von der nächtlichen Altstadt gesehen. Also wollte ich auch ein paar schießen. Leider haben wir in der morgendlichen Hektik das Stativ vergessen. Ich wollte es trotzdem probieren. Das Problem waren aber wieder die Temperaturen. Sobald die Sonne weg war, fegte ein eisiger Wind über die Kanäle. Lange haben wir es nicht ausgehalten und so sind die Fotos nicht so toll geworden. Wenn wir dickere Jacken dabei gehabt hätten, wären wir sicher länger geblieben, denn das beleuchtete Gent sieht sehr schön aus.

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