Vier mal viel Heimatliebe für Coburg

Coburg in Oberfranken war für zwei Jahre mein Zuhause. Dort habe ich in der Pressestelle der Stadt mein Volontariat absolviert und mich verbinden noch immer viele liebe Menschen und auch eine gewisse Heimatliebe mit dem Ort. Als Stadtmädel aus NRW konnte ich mir zuerst nur schwer vorstellen, in einer 40.000-Einwohner-Stadt zu leben, aber Coburg hat mich eines besseren belehrt. Die Stadt hat so viel zu bieten, dass man einfach mal einen Abstecher dorthin machen sollte. Hier meine Tipps:

1. Das Sambafestival

Die Franken habe ich als sehr feierfreudiges Völkchen kennengelernt und in der Vestestadt wird gerade der Sommer ausgiebig dafür genutzt. Ob das daran liegt, dass fast jeder Ort seine eigene Brauerei hat? Der absolute Superlativ im Coburger Terminkalender ist das Sambafestival. Wie bei so vielen Großveranstaltungen liebt man es oder flüchtet für das entsprechende Wochenende. Denn jedes zweite Wochenende im Juli verwandelt sich Coburg in einen Hexenkessel mit etwa 200.000 Besuchern, Sambatänzerinnen, Sambistas, Musikern und Capoeristas aus der ganzen Welt. Die Stimmung ist einfach super. An jeder Ecke spielen Percussion-Gruppen, es gibt zwei Bühnen, einen Samba-Umzug und literweise Caipirinha. Die gesamte Altstadt gehört zum Festivalgelände, sodass man ohne Ticket (“Bändchen”) keinen Zugang hat. Die drei Tage kosten im Vorverkauf gerade mal 20 Euro.

 

Doch damit hat das kleine Städtchen längst noch nicht allen Trubel hinter sich. Weitere Feste und Festivals in Coburg habe ich als Gastautor auf dem Blog vonundzucoburg zusammengefasst.

2. Historische Innenstadt (Markt, Ehrenburg, Theater, Morizkirche)

Coburg ist architektonisch gesehen einfach nur total schön. Dass hier noch nicht Japaner und Amis Busweise hingekarrt werden, wundert mich schon fast. Aber vielleicht bleiben die auch in Nürnberg oder Bamberg hängen. Die alten Häuser in der Altstadt sind alle sehr gut erhalten. Die Altstadt und auch die Schlösser in der Umgebung dienen regelmäßig als Drehorte für Kino- und Fernsehfilme.

Am besten startet man auf dem Marktplatz und erkundet von dort die kleinen Gassen und Wege. Immer wieder finden sich Brunnen mit Trinkwasser, die um Ostern von den Schulklassen Coburgs frühlingshaft geschmückt werden. Geschichtlich hat Coburg so einiges zu bieten – viel zu viel, um es in diesem Post unterzubringen. Um es kurz zu fassen: Luther hat hier auf der Veste Zuflucht gesucht und das ansässige Adelsgeschlecht Sachsen, Coburg und Gotha gilt mit als Wiege des europäischen Adels. Prinz Albert, der Gemahl von Queen Victoria stammt etwa aus Coburg. Auch die Vestestadt hat mit der Nazizeit ein dunkles Kapitel in ihrer Geschichte, aber die Auseinandersetzung und Aufarbeitung dieser Zeit ist offen und vorbildlich.

Früher oder später landet man bei einer Stadterkundung auf dem Schlossplatz. Eingerahmt von Landestheater, Ehrenburg und Hofgarten sollte man die Atmosphäre dieses Platzes kurz auf sich wirken lassen. Ein Besuch von Schloss Ehrenburg ist ein Muss. Genauso, wie der nachfolgend beschriebene Aufstieg zur Veste durch den Hofgarten.

 

3. Hofgarten und Veste

Ein Spaziergang durch den Hofgarten zur Veste gehört einfach zu einem Coburg-Besuch dazu. Aber Achtung: Die Steigung ist nicht ohne. Wer sich den beschwerlichen Aufstieg sparen möchte, kann einfach mit dem Bus hochfahren und nach dem Besuch der Veste zu Fuß zurück in die Stadt gehen. Die Veste selbst ist sehr schön, der Ausblick ins Umland toll und auch die Ausstellung ist sehenswert. Hier wurden u.a. Szenen für die Filme Luther und Rubinrot gedreht.

 

4. Coburger Bratwurst

Vor meiner Zeit in Coburg war ich kein großer Bratwurst-Fan. “Oh mein Gott!”, werden jetzt vielleicht einige Franken rufen. Aber auch hier hat mich die Stadt eines besseren belehrt. Genauso abwechslungsreich wie die Biersorten sind in Franken auch die Wurstvariationen. Gerade die Coburger Bratwurst wird überall in den höchsten Tönen gelobt, was mich am Anfang nur noch skeptischer gemacht hat. ABER: Die Coburger Bratwurst ist einfach total lecker! Jeden Tag stehen ein oder zwei Buden auf dem Marktplatz und braten die Würste – allerdings nicht über normaler Holzkohle, sondern über Kiefernzapfen. Unbedingt probieren!

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