Die Backwaters von Kerala

Nachdem wir uns also auf “The Icon” eingerichtet hatten, ging es auch schon los. Zunächst wurden wir mit einer trinkbereiten Kokosnuss und Jasminkette begrüsst und wir fühlten uns wie auf Hawaii. Von unserer Anlegestelle hinaus ging es erstmal auf einen großen See. Nachdem wir den überquert hatten, gab es auch schon das Mittagessen. So viel haben Christof und ich in Indien auf einmal noch nicht gegessen.
Den Rest des Tages ging es durch die Kanäle und um 16 Uhr sind wir aufs Kanu umgestiegen. Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir selber paddeln müssten. Jedoch wurde uns die Arbeit vom “Knochenmann” abgenommen. Wir haben ihn “Knochenmann” genannt, weil er sehr dünn ist und eigentlich nur aus Muskeln bestehen muss. Jedenfalls hatte er ein Mordstempo drauf. Diese Art die Backwaters zu erkunden bringt einen noch näher an die schöne Landschaft und Tierwelt. Am zweiten Tag war uns der Ausflug mit dem Kanu allerdings etwas zu privat, da die Menschen, die in den Backwaters leben, den Fluss nicht nur als Küche, sondern auch als Badezimmer verwenden.
Abends haben wir noch ein wenig geangelt (aber nichts gefangen) und es gab noch ein super Abendessen, was allerdings von den vielen Mücken etwas gestört wurde. Um nicht noch mehr Mücken anzulocken haben wir nach dem Dinner das Licht ausgemacht und den Sternenhimmel bewundert.
Der zweite Tag verlief ähnlich, mit viel gutem Essen und einer langen Fahrt durch die verwundenen Kanäle der Backwaters. Heute Morgen auf dem Rückweg haben wir nochmal Halt gemacht und gelernt, wie man ein Fischernetz richtig auswirft. Gar nicht so einfach wie es bei den Fischern immer aussieht! Aber wir haben uns bestimmt wacker geschlagen.
Seit heute Mittag haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und zögern keine Sekunde euch die neuesten Fotos zu präsentieren.

Die Suche nach einem Boot

Nach unserer Ankunft in Johnson’s Guesthouse haben wir schnell festgestellt, dass die anderen Gäste auch Deutsche sind und so haben wir uns abends noch über unsere bisherigen Indienerfahrungen ausgestauscht.
Am nächsten Morgen sind wir dann auf die Suche nach einem guten Angebot für eine Hausbootfahrt gegangen. Da das Boarding meist so gegen 11:30 oder 12 Uhr ist, hatten wir gar nicht so viel Zeit, uns unterschiedliche Anbieter und deren Boote anzusehen. Im Endeffekt haben wir uns dann für das Angebot von Johnson, unserem Gastgeber, entschieden. Es war im Vergleich zu den anderen Anbietern zwar wesentlich teurer, aber hatte zwei Vorteile: 1. Der gesamte Ablauf stand vorher im Detail fest und alle Zusatzleistungen wie z.B. Kajakfahren, Fischen, Essen waren inklusive.
2. Sobald es irgendwelche Missverständnisse oder Abweichungen von dem Plan gab, konnte man Johnson vom Handy der Crew direkt anrufen und das Problem klären. Dies war sehr gut, da die Crew (der Kapitän, der Koch und ein Assistent) in der Regel nur wenig Englisch spricht.
Bei den anderen Anbietern hatten wir das Gefühl, dass sie zwar den Preis aufgrund der Nebensaison senken, jedoch dafür an anderen Leistungen sparen.
Ein Hauptkostenpunkt bei einer Bootsfahrt ist der Diesel. Am Tag verbraucht so ein Boot um die 30 L Diesel, was mit ca. 1200 Rs ins Gewicht fällt. Daher machen wohl andere Anbieter wesentlich längere Mittagspausen und ankern abends bereits sehr viel früher, um Diesel zu sparen.

So hatten wir uns dann entschlossen das Boot von Johnson zu chartern und gingen dann direkt an Bord von “The Icon”.

Von Kumily nach Allepey

Am Mittwoch sind wir, nachdem wir noch Tee und Gewürze aus der Region gekauft haben, mit dem Bus weiter nach Allepey gefahren. Auch wenn diesmal die Sitze im Bus ein wenig durchgesessen waren und wir das Gefühl hatten, auf Holzbohlen zu sitzen, haben wir die Fahrt der Landschaft wegen sehr genossen. Zunächst fährt man auf Serpentinen durch zahlreiche Tee- und Kaffeeplantagen. Auf der anderen Seite des Berges folgten dann Kautschuk- und Ananasplantagen. In flacheren Gebieten gab es dann Reisplantagen und zahlreiche kleine Dörfer bis wir dann langsam die Kanäle der Backwaters kurz vor Allepey erreichten. Unsere Reise wurde kurz unterbrochen da ein Festmarsch mit geschmücktem Elefanten und vielen Trommlern die Straße blockierte. Uns hat dieser kleine Stopp sehr gefallen, jedoch war unser Busfahrer nicht besonders begeistert, da er die Zeit noch aufholen musste. Kaum in Allepey angekommen, wurden wir von “Schleppern” umlagert, die uns ihre Unterkünfte und Hausboote angepriesen haben. Anders als in anderen Städten hat es jedoch diesmal ein wenig Spaß gemacht, zu sehen wie sich die Schlepper gegenseitig ausgespielt haben. So sind wir zum Schluss beim Johnson Guesthouse gelandet.