Ross Island

Ross Island, eine kleine Insel vor Port Blair, war lange der Verwaltungssitz der Briten. 1941 sind viele der Gebäude durch ein Erdbeben zerstört worden. Im Zweiten Weltkrieg besetzten die Japaner die Insel und die Briten verlegten ihren Verwaltungssitz, nachdem sie die Andamanen zurückerobert hatten, nach Port Blair. Die Gebäude wurden der Natur überlassen. Heute ist die Insel eine Art Museum der besonderen Art. Alles ist typisch indisch kitschig aufgezogen, was allerdings die Eindruckskraft der von Bäumen überwucherten Ruinen nur wenig stört (hier stört eher, dass manche Teile der Ruinen als großer Mülleimer verwendet werden).
Da montags alle Museen und Sehenswürdigkeiten in Port Blair geschlossen haben, sind wir nach Ross Island gefahren. Hier sind unsere Fotos:

To the Lighthouse

Am Dienstag haben wir uns ein Doppelkajak geliehen und sind zum Leuchtturm an der Hafeneinfahrt von Havelock Island gepaddelt. Dort ist nämlich ein weiterer guter Ort zum Schnorcheln. Das Paddeln allein hat schon Spaß gemacht. Wir hatten quasi unseren eigenen kleinen Privatstrand und haben den Tag mit Schnorcheln und Rumliegen verbracht bzw. Christof lag rum und hat „mein“ Buch, was ich mir in Bangalore gekauft habe, gelesen und ich musste mich zwischen den Tauchgängen selbst beschäftigen. Nachmittags, so gegen drei, sind wir wieder zurückgepaddelt. Wir können die Kajaktour wirklich jedem nur empfehlen. Die Schnorchelgründe sind super und auch das Paddeln macht viel Spaß. Das Kajak haben wir uns bei Barefoot Eco-Tours im Dorf Nr. 1 gemietet, 6 Stunden für 1250 Rs.
Abends waren wir noch im „Red Snapper“, dem Restaurant vom Wild Orchid, essen. Es gab wieder eine sehr gute Auswahl an Fischgerichten; besonders empfehlenswert ist das „Bengali Fish Fry“. Das Restaurant an sich ist schon schön, ein doppelstöckiges Gebäude aus Holz und Bambus mit einem Palmendach. Da es von allen Seiten offen ist weht eine kühle Brise. Vor dem Eingang zum Restaurant soll man seine Schuhe ausziehen (wie auch in vielen Geschäften auf Havelock) und als wir fertig waren, gab es mittlerweile so viele Schuhe, dass man kaum noch rausgehen konnte, ohne über die Schuhe der anderen Gäste zu laufen.

Elephant Beach

Nun mit einem Roller ausgerüstet, hatten wir uns am Sonntag zur Aufgabe gemacht, den Weg zum Elephant Beach zu finden. Nachdem wir schon eine Weile gefahren waren, haben wir mal einige Leute gefragt, die uns als Richtungsanweisung „kleine Hütte, großer Baum“ genannt haben. Wenig später haben wir tatsächlich die kleine Hütte mit dem großen Baum gefunden. Danach mussten wir uns nur noch entscheiden, ob wir den rechten oder den linken Trampelpfad nehmen. Wir haben uns für den linken entschieden, was auch die richtige Wahl war. Man muss sich auf dem Weg zum Elephant Beach eigentlich immer nur links halten, denn es kommen noch ein paar Weggabelungen. Die halbstündige Wanderung durch Feld und Dschungel ist zwar anstrengend und schweißtreibend, aber ein Erlebnis für sich. Ständig raschelt es in den Blättern und wenn man schnell genug ist, kann man kleine Geckos erkennen. Kurz vor dem Strand kommt ein sumpfartiges Stück, das bei Flut vollkommen überflutet ist. Wir hatten Glück und das Wasser war schon so weit zurückgegangen, dass man trockenen Fußes zum Strand gelangen konnte. Am Elephant Beach kann man noch sehr gut die Folgen des Tsunamis sehen. Es gibt viele tote und umgestürzte Bäume, aber so langsam beginnt es wieder zu wachsen. Am Anfang war der Wellengang noch sehr stark, was das Schnorcheln schwierig gemacht hat. Nach einer Stunde hatte sich das aber gelegt und wir haben es an einer anderen Stelle, dort wo auch die Tourenboote anlegen, noch mal probiert. Dort haben wir zum ersten Mal richtige Korallenriffe gesehen, ganze Schwärme von kleinen Fischen und einzelne sehr große Fische. Als langsam die Flut wieder kam, haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Leider konnten wir dort nicht so viele Fotos machen, da der Akku leer war und wir keinen Ersatzakku dabei hatten. Genauso hatten wir Handtücher vergessen, daher mussten wir so lange warten, bis die Sonne uns getrocknet hatte.
Abends waren wir noch in dem Restaurant von Emerald Gecko, der Unterkunft, wo wir eigentlich übernachten wollten, essen. Das super leckere Red Snapper Fillet hat allerdings unsere Tagesausgaben sehr erhöht. Für das Abendessen haben wir 630 Rs bezahlt. Das ist schon relativ teuer, hat sich aber gelohnt.
Als wir dann noch im Dorf Nr. 3 ein paar Flaschen Wasser kaufen wollten, war fast im gesamten Dorf der Strom ausgefallen. Das war auch eine sehr interessante Erfahrung. Überhaupt fällt der Strom hier sehr häufig aus. An unserem ersten Abend in unserer Unterkunft, dem Sea Shells, hatten wir bestimmt 6 Stromausfälle.

Radha Nagar Beach

Am Sonntag wollten wir mal einen der Schnorchel Top Spots ausprobieren, den Elephant Beach. Da bei dem Rollerverleih unseres Vertrauens alle Roller ausgeliehen waren, haben wir uns Fahrräder geliehen, in der Annahme, dass der Weg schon nicht so lang sein wird. Den Elephant Beach kann man nur über einen Trampelpfad durch den Dschungel erreichen und der Zugang zu diesem Pfad sollte laut Lonely Planet auch gut ausgeschildert sein. Wir haben uns also in der Mittagshitze abgequält und mussten auch feststellen, dass die Insel leider überhaupt nicht flach, sondern sehr hügelig ist. Wir sind also geradelt und geradelt und sind am Ende nicht am Elephant Beach, sondern auf der anderen Seite der Insel gelandet, am berühmten Radha Naghar Beach. Dieser Strand ist zwar nichts zum Schnorcheln, aber zum Schwimmen ist er super. Es ist einfach atemberaubend. Ein sehr langer weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser und kaum Menschen. Ich glaube die Fotos sprechen für sich (Sobald wir eine Gelegenheit finden diese hochzuladen; was Internet angeht ist die Insel zur Zeit von der Außenwelt abgeschnitten). Der Rückweg war nicht mehr ganz so anstrengend, dafür aber etwas beängstigend. Mit den frei laufenden Hunden hatten wir bisher noch nie Probleme, weder am Strand, noch in der Stadt. Am Strand sind sie manchmal etwas anhänglich und laufen hinter einem her und in der Stadt/Dorf meiden sie einen eigentlich. Auf dem Rückweg von Radha Nagar Beach muss man an ein paar Häusern vorbei. Die Hunde dort scheinen einen sehr ausgeprägten Revierverteidigungsinstinkt zu haben. Als wir vorbeigefahren sind, hat mich ein Hund bellend verfolgt und ich habe schon fast seine Zähne in meinen Waden gesehen. Zum Glück hat er irgendwann die Verfolgung aufgegeben. Danach haben wir uns erstmal ein paar Steinchen in die Hosentasche gesteckt; man weiß ja nie.
Abends haben wir unsere Fahrräder gegen einen Roller ausgetauscht und waren dann noch essen. Wir haben unser absolutes Lieblings“restaurant“ gefunden. Wir hatten keine Ahnung, was wir bestellt hatten, aber es war super lecker. Da die in unserem Hotel für das Frühstück 500 Rs berechnen, was bei dem Frühstücksangebot nun wirklich nicht gerechtfertigt ist, waren wir am Sonntag morgen wieder in dem Restaurant und haben die besten Bananenpfannkuchen gegessen. Mit Tee und einer Flasche Wasser hat uns dieses sättigende Frühstück gerade mal 95 Rs gekostet.