Letzter Tag auf Havelock

An unserem letzten Tag wollten wir eigentlich zuerst unser Ticket für die Fähre am Sonntag kaufen. Da das Internet aber seit Ende März auf Havelock nicht mehr funktioniert hat, ist es zurzeit nicht möglich, Tickets im Voraus zu bestellen (versteh einer die Logik; als wir die Tickets am nächsten Tag gekauft haben, wurde sowieso alles handschriftlich in ein Buch eingetragen).
Nachdem wir also keine Fährentickets gekauft hatten, sind wir erstmal wieder einen Bananenpfannkuchen frühstücken gefahren. Wir haben uns nämlich auf Havelock einen Roller gemietet und sind damit durch die Gegend gedüst. Nach dem Frühstück haben wir uns gestärkt auf große Shopping-Tour begeben. Resultat: viele neuen T-Shirts und eine Tasche.
Getrieben von Abenteuerlust wollten wir unbedingt mal herausfinden, wohin eine der der beiden Hauptstraßen auf Havelock führt bzw. wo sie endet. Also sind wir kilometerweit an wunderschönen Stränden vorbeigefahren. Irgendwann mussten wir feststellen, dass aus der Straße eine Schotterpiste wird, auf der wir ohne Jeep nicht hätten weiterfahren können. Unterwegs haben wir noch einen Abstecher zum Elephant Training Camp gemacht, was allerdings sehr enttäuschend war. Weit und breit keine Elefanten, nur Ziegen und Hunde. Vielleicht waren die Elefanten gerade bei einem Arbeitseinsatz im Dschungel.
Am frühen Nachmittag haben wir dann noch unsere Badesachen gepackt und sind zum Radha Nagar Beach gefahren, wo wir bis zum Sonnenuntergang geblieben sind.
Frisch geduscht sind wir dann abends ins Red Snapper gefahren und haben den Abend noch bei einem guten Essen ausklingen lassen. Als es mal wieder einen Stromausfall gab (wie gerade auch mal wieder hier im Internetcafe), kamen die Kellner direkt mit Kerzen an. Außerdem gab es an dem Abend Live-Musik, was zu einem wirklich perfekten Abschluss beigetragen hat.
Dazu hier noch die passenden Fotos.

Fähre nach Havelock Island

Am Samstagmorgen lief alles etwas chaotisch ab. Nach nur wenigen Stunden Schlaf sind wir wieder um 4:30 Uhr aufgestanden, um die erste Fähre nach Havelock zu bekommen. Eigentlich hätten wir genug Zeit gehabt, wenn sich nicht fast alle Geldautomaten in Port Blair gegen uns verschworen hätten (Havelock Island hat keine Geldautomaten!). Nach 5 Anläufen hatten wir dann auch endlich einen Geldautomaten gefunden, der uns Geld ausgegeben hat. In der Annahme, dass die Fähre um 6:15 oder 6:30 geht, sind wir in aller Ruhe zum Ticket Office und haben unsere Tickets gekauft. Und dann ist wieder das passiert, was einem in Indien häufiger passiert: Man fragt nach dem Weg, in unserem Fall der Weg zur richtigen Fähre, und wird in eine falsche Richtung geschickt. Mit Entsetzen mussten wir dann um 5:50 Uhr feststellen, dass unsere Fähre an einem ganz anderen Dock, natürlich die Anlegestelle am weitesten von uns weg, und bereits um 6 ablegt. Wir sind also bei ca. 30 Grad mit 12-15 kg Gepäck und ohne Frühstück bis zur Fähre gerannt. Danach waren wir erstmal völlig erledigt!
Nachdem wir gestern vergeblich versucht haben, bei Emerald Gecko uns eine Hütte zu buchen (Probleme mit der Telefonleitung; hier gibt es nicht viele Leitungen und alle waren anscheinend besetzt), mussten wir heute, nach unserer 4-stündigen Fahrt mit der Fähre feststellen, dass dort alles voll belegt ist. Ausnahmsweise haben wir dann mal auf den Rikshawfahrer gehört, der uns zu einer echt netten Unterkunft gefahren hat. Hier haben wir eine wunderschöne Hütte, fast direkt am Strand.
Nach einer kurzen Begutachtung des Strandes stand für uns ganz schnell fest, dass wir die Badehosen anziehen und die Schnorchelsachen aus dem Rucksack kramen mussten. Obwohl das hier kein Schnorchel Top Spot ist, waren wir bereits begeistert. So viele, auch große Fische, in sooo vielen bunten Farben. Einfach großartig! Und das alles umrahmt von Palmen und Meerwasser in Badewannentemperatur. Auf jeden Fall werden wir die Tage mal eine Schnorchel-Tour buchen.
Nachdem wir uns den Rest des Tages noch etwas erholt haben, sind wir abends ins Dorf Nr. 3 gegangen (die Dörfer auf der Insel haben keine Namen, nur Nummern). Ein sehr kleines Dorf, in dem es aber wahrscheinlich alles gibt, was man braucht. Hier haben wir auch eine zweite Bananensorte kennengelernt. In Bangalore haben wir immer kleine dünne, sehr süße Bananen gegessen. Hier gibt es kleine, sehr dicke Bananen, die wir verdientermaßen Banana-Split-Bananen getauft haben. Sie sind einfach super lecker! Ob wir jemals wieder „deutsche“ Bananen essen können?