Von Kumily nach Allepey

Am Mittwoch sind wir, nachdem wir noch Tee und Gewürze aus der Region gekauft haben, mit dem Bus weiter nach Allepey gefahren. Auch wenn diesmal die Sitze im Bus ein wenig durchgesessen waren und wir das Gefühl hatten, auf Holzbohlen zu sitzen, haben wir die Fahrt der Landschaft wegen sehr genossen. Zunächst fährt man auf Serpentinen durch zahlreiche Tee- und Kaffeeplantagen. Auf der anderen Seite des Berges folgten dann Kautschuk- und Ananasplantagen. In flacheren Gebieten gab es dann Reisplantagen und zahlreiche kleine Dörfer bis wir dann langsam die Kanäle der Backwaters kurz vor Allepey erreichten. Unsere Reise wurde kurz unterbrochen da ein Festmarsch mit geschmücktem Elefanten und vielen Trommlern die Straße blockierte. Uns hat dieser kleine Stopp sehr gefallen, jedoch war unser Busfahrer nicht besonders begeistert, da er die Zeit noch aufholen musste. Kaum in Allepey angekommen, wurden wir von “Schleppern” umlagert, die uns ihre Unterkünfte und Hausboote angepriesen haben. Anders als in anderen Städten hat es jedoch diesmal ein wenig Spaß gemacht, zu sehen wie sich die Schlepper gegenseitig ausgespielt haben. So sind wir zum Schluss beim Johnson Guesthouse gelandet.

Vanille, Kardamom, Zimt, Pfeffer, Tee, Kaffee…

Das alles und noch viel mehr haben wir heute bei einer Spice Tour gesehen und teilweise auch probiert. Vom schlechten Beispiel der Tour des Tourismusbüros in Chennai haben wir uns nicht abschrecken lassen und haben hier beim Tourismusbüro eine Tour durch die Gewürzgärten, Tee- und Kaffeeplantagen gebucht. Und diese Mal hat es sich auch wirklich gelohnt. Es war sehr interessant zu erfahren, wie die einzelnen Gewürze wachsen, wie ihre Blüten aussehen, wie lange sie zum Reifen brauchen usw. Am besten war aber die Teeplantage. Als wir ankamen, kamen gerade die Pflückerinnen mit der ersten Ladung Teeblätter zur Sammelstelle; das war wirklich ein Erlebnis. Leider ist uns erst sehr viel später, nämlich in der Teefabrik, aufgefallen, dass in unserer Kamera gar keine Speicherkarte eingelegt war. Unser Fahrer war so nett, dass er auf dem Rückweg nochmal bei der Teeplantage angehalten hat, damit wir ein paar Fotos machen können; leider waren dann aber keine Pflückerinnen und riesige Mengen von Teeblättern mehr da. Wir hoffen, dass die Fotos, die wir noch gemacht haben, euch trotzdem einen schönen Einblick geben.

Bamboo Rafting

Heute haben wir den ganzen Tag im Naturschutzgebiet verbracht, und zwar mit Wandern und Bambusfloßrudern. Entgegen der Aussage von der Touristeninformation sind wir dabei doch nass geworden (zum Glück nicht annähernd so nass wie gestern). Wir sind heute richtig früh aufgestanden, nämlich um 6, weil unsere Tour um 8 angefangen hat. Nach einer einstündigen Wanderung sind wir auf das Bambusfloß umgestiegen. Als wir unser Ziel erreicht hatten, gab es erstmal Frühstück (Toast, Marmelade, Bananen, Kaffee). Gestärkt sind wir dann zur nächsten Wanderung aufgebrochen. Auch nach langem Suchen konnten wir keine wilden Tiere sichten, bis uns schließlich eine kleine Herde Büffel über den Weg gelaufen ist. Ansonsten haben wir noch Frösche, Wildschweine, eine Schlange, wilde Hunde, zwei unterschiedliche Affenarten und viele bunte Vögel gesehen. Leider gab es keine Elefanten, Leoparden oder Tiger, nur ganz viel Elefantenmist, Leopardenerbrochenes (da sie die schwarzen Affen essen, muss das Fell ja auch irgendwie wieder raus) und Tigerkratzspuren an Bäumen. Aber so ist das halt in der freien Natur; es gibt eben keine Garantie, dass man die Tiere zu Gesicht bekommt.
Nach dieser anstrengenden Wanderung gab es erstmal Mittagessen. Anschließend ging es auf den Rückweg; also zuerst wieder Paddeln und dann Wandern.
Alles in allem war es ein gelungener Tag, an dem wir zu Fuß die Flora und Fauna Keralas erkundet haben.

Kumily

Kumily ist eine sehr kleine Stadt in Kerala, nur einen Katzensprung von der Grenze zu Tamil Nadu entfernt. Wir mussten sogar unter der Schranke, die die Grenze der beiden Staaten markiert, hindurchgehen. Von ca. 2m über Meeresspiegel in Mamallapuram sind wir in Kumily auf 860m aufgestiegen; und das merkt man auch deutlich am Klima. Es ist wesentlich angenehmer.
Warum sind wir also eigentlich hier? Die Antwort: Hier gibt es das Periyar Wildlife Sanctuary, ein Naturschutzgebiet, in dem es noch Tiger und wilde Elefanten gibt.
Nach der langen Fahrt haben wir am Sonntag erstmal so richtig ausgeschlafen. Da es schon zu spät für Touren im Park war, haben wir uns zunächst in der Stadt umgesehen und haben uns dann spontan entschlossen, einen Elelfantenritt mit anschließendem Bad zu machen. Klug wie wir ja sind, haben wir natürlich keine Sachen zum Wechseln dabei gehabt. Zum Glück ist unsere Unterkunft nicht weit gewesen. Am besten schaut ihr euch die Fotos selber an.