Torre della Pegna

Der Ausgangspunkt unserer letzten Wanderung liegt quasi vor der Türe: Am Capo Caccia, wo die Grotta die Nettuno liegt, wandern wir zum Torre della Pegna. Den Zugang zum Trampelpfad zu finden, ist kein Problem. Schwieriger ist es jedoch, auf dem richtigen Trampelpfad zu bleiben. Denn anders als im Wanderführer angegeben, kann man nicht so leicht einfach einen der anderen Trampelfpade nehmen, denn manchmal hören diese plötzlich auf, man muss sich durch stachelige Macchia-Büsche zwängen oder komplett umkehren. Das GPS-Gerät bzw. Google Maps ist hier echt hilfreich.

Die Klippen entlang der Wanderung sind extrem beeindruckend! Man sollte auf jeden Fall seine Kopfbedeckung festhalten, wenn man sich an die Klippen wagt. Der Wind ist sehr stark hier oben. Beim Aufstieg wird das Terrain immer schwieriger: Granitfelsen, Karstrillen und Felslöcher gilt es zu überwinden. Die Aussicht am Turm ist toll. Nachdem einer kurzen Pause in der Sonne machen wir uns auf den Rückweg und sammeln noch einige blaue Flecke und Kratzer ein (bei dieser Wanderung sollte man auf jeden Fall eine lange Hose anziehen). Einen kleinen Abstecher machen wir noch zum Torre del Bulo bevor wir ein letztes Mal im Pesce d’Oro Essen gehen.

 

Wanderroute:
Rother Wanderführer Tour 1 (mittelschwer)

Vom Monte Tinnari zur Costa Paradiso

Über eine steile Schotterpiste kämpft sich unser kleiner VW Up zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem  Monte Tinnari. Einer Karriere als Rallyefahrer dürfte Christof nach dem Urlaub nichts im Wege stehen.

Die Wanderung  geht zunächst steil bergab auf einem Weg, der durch zahlreiche Sturzbäche sehr zerfurcht ist. Schon jetzt grault es mir vor dem Aufstieg am Ende der Tour… Der Weg endet auf einem Felssporn und so erreichen wir über eine erste Kletterpartie die Bucht der Cala Tinnari. Mitten durch die Bucht verläuft ein Fluss und schnell fragen wir uns, wie wir trockenen Fußes auf die andere Seite gelangen. Nach kurzer Sichtung der Lage steht fest: Gar nicht! Also Schuhe aus und durch! Auf der anderen Seite angekommen stehen wir vor einer 5 Meter hohen Felswand und fragen uns, wo der Weg weitergeht. Kurzer Blick in die Wegbeschreibung und auf in die Felswand.

Durch die Macchia, vorbei an einem Einsiedler und schönen roten Felsformationen gelangen wir nach einiger Zeit zur dritten Kletterpartie, die uns zum feinkörnigen Strand der Costa Paradiso führt. Nach einem kurzen Sonnenbad gehen wir den Rest bis zum Parkplatz, wo wir uns eine kühle Erfrischung gönnen: Noch nie hat Eistee besser geschmeckt!! Der Rückweg ist einfach und man hat Zeit, ein bisschen die Landschaft zu genießen. Zum krönenden Abschluss machen wir uns schließlich an den serpentinenreichen Aufstieg zum Auto.

Das beste Abendessen nach solch einem Tag: Pizza im Restaurant Pesce d’Oro gleich um die Ecke in Alghero. Mit vollem Magen fallen wir glücklich ins Bett.

Wanderroute:
Rother Wanderführer Tour 4 (mittelschwer)

 

Erster Wandertag: Capo Testa und Capo d’Orso

Die Fahrt zum Capo Testa erwies sich bereits als sehr abenteuerlich. Geleitet vom Navigon-Navigationsgerät mussten wir über eine Straße fahren, die den Namen Straße nicht einmal im Entferntesten verdient. Als wir gerade schon umkehren wollten, kam uns ein waghalsiger Rollerfahrer entgegen, der uns auf Italienisch versicherte, dass dies der richtige Weg sei. Mit Googlemaps hätten wir sicher einen weniger abenteuerlichen Weg gefunden, da die Karten einfach viel, viel aktueller sind.

Zur Wanderung: Man betritt die Macchia (typische Vegetation auf Sardinien) auf einem breiten Sandweg. Direkt umgibt einen der in allen Reiseführer umschwärmte, typische, würzig-blumige Geruch. Bei der Reisevorbereitung habe ich das immer als erfolgreich platzierte Floskel des sardischen Tourismusbüros gehalten, aber es ist tatsächlich wahr! Von der Sonne erwärmte, bis zu über einem Meter hohe Rosmarinbüsche und zahlreiche Blumen sind für den tollen Geruch verantwortlich. Schade, dass man Gerüche nicht „fotografieren“ kann.

Schon bald standen wir mit großen Fragezeichen in den Augen vor einer Weggabelung. Von einem kleinen Bach war nirgendwo im Wanderführer die Rede. Da das Navi aber genau in die Richtung wies, machten wir uns auf durch das Bachbett. Schnell gelangt man in das berühmte Valle della Luna, in dem früher Hippies wilde Parties gefeiert und im Sommer in den Höhlen gelebt haben. Das Panorama ist einfach wunderschön: türkisblaues Meer, beige-orangefarbene Granitfelsen und bunte Blütenflecke.

Weiter ging es über zahlreiche Felsen und, wenn man sich wie wir verirrt, durch stachelige Macchia samt Begegnung mit einer sonnenbadenden Schlange, die schnell das Weite gesucht hat. Vom Leuchtturm und dem Aussichtspunkt hat man einen tollen Ausblick und kann bis auf das rund 12 Kilometer entfernte Korsika schauen. Zurück geht es nach einem kurzen Teerstück wieder über breite Sandwege, wo wir noch auf eine grasende Landschildkröte gestoßen sind.

 

Fehlgeleitet vom Reise- und Bruckmanns Wanderführer haben wir dann noch die Fahrt zum Capo d’Orso unternommen, um eine angeblich ca. einstündige Wanderung zum bekannten Bärenfelsen anzuschließen. Eines vorweg: Es lohnt sich zum Wandern überhaupt nicht! Auf gut ausgebauten, gepflasterten Wegen geht es hoch zum Felsen, den man aufgrund der Absperrungen gar nicht so sehen kann, wie er überall abgedruckt wird. Auch das Klettern kann man vergessen. Hinzu kommen noch zwei Euro fürs Parken und zwei Euro Eintritt pro Person. Die Angestellten waren zwar alle nett und auch die Infotafeln haben einen hohen Lernwert. Wer allerdings nicht nur Sightseeing als Alibi fürs am Strandliegen machen, sondern die typische Flora und Fauna erleben will, dem sei die Wanderung am Capo Testa empfohlen.

 

Wanderrouten:
Rother Wanderführer Tour 5 (leicht)
Bruckmanns Wanderführer Tour 6 (leicht)