Ross Island

Ross Island, eine kleine Insel vor Port Blair, war lange der Verwaltungssitz der Briten. 1941 sind viele der Gebäude durch ein Erdbeben zerstört worden. Im Zweiten Weltkrieg besetzten die Japaner die Insel und die Briten verlegten ihren Verwaltungssitz, nachdem sie die Andamanen zurückerobert hatten, nach Port Blair. Die Gebäude wurden der Natur überlassen. Heute ist die Insel eine Art Museum der besonderen Art. Alles ist typisch indisch kitschig aufgezogen, was allerdings die Eindruckskraft der von Bäumen überwucherten Ruinen nur wenig stört (hier stört eher, dass manche Teile der Ruinen als großer Mülleimer verwendet werden).
Da montags alle Museen und Sehenswürdigkeiten in Port Blair geschlossen haben, sind wir nach Ross Island gefahren. Hier sind unsere Fotos:

Fähre nach Havelock Island

Am Samstagmorgen lief alles etwas chaotisch ab. Nach nur wenigen Stunden Schlaf sind wir wieder um 4:30 Uhr aufgestanden, um die erste Fähre nach Havelock zu bekommen. Eigentlich hätten wir genug Zeit gehabt, wenn sich nicht fast alle Geldautomaten in Port Blair gegen uns verschworen hätten (Havelock Island hat keine Geldautomaten!). Nach 5 Anläufen hatten wir dann auch endlich einen Geldautomaten gefunden, der uns Geld ausgegeben hat. In der Annahme, dass die Fähre um 6:15 oder 6:30 geht, sind wir in aller Ruhe zum Ticket Office und haben unsere Tickets gekauft. Und dann ist wieder das passiert, was einem in Indien häufiger passiert: Man fragt nach dem Weg, in unserem Fall der Weg zur richtigen Fähre, und wird in eine falsche Richtung geschickt. Mit Entsetzen mussten wir dann um 5:50 Uhr feststellen, dass unsere Fähre an einem ganz anderen Dock, natürlich die Anlegestelle am weitesten von uns weg, und bereits um 6 ablegt. Wir sind also bei ca. 30 Grad mit 12-15 kg Gepäck und ohne Frühstück bis zur Fähre gerannt. Danach waren wir erstmal völlig erledigt!
Nachdem wir gestern vergeblich versucht haben, bei Emerald Gecko uns eine Hütte zu buchen (Probleme mit der Telefonleitung; hier gibt es nicht viele Leitungen und alle waren anscheinend besetzt), mussten wir heute, nach unserer 4-stündigen Fahrt mit der Fähre feststellen, dass dort alles voll belegt ist. Ausnahmsweise haben wir dann mal auf den Rikshawfahrer gehört, der uns zu einer echt netten Unterkunft gefahren hat. Hier haben wir eine wunderschöne Hütte, fast direkt am Strand.
Nach einer kurzen Begutachtung des Strandes stand für uns ganz schnell fest, dass wir die Badehosen anziehen und die Schnorchelsachen aus dem Rucksack kramen mussten. Obwohl das hier kein Schnorchel Top Spot ist, waren wir bereits begeistert. So viele, auch große Fische, in sooo vielen bunten Farben. Einfach großartig! Und das alles umrahmt von Palmen und Meerwasser in Badewannentemperatur. Auf jeden Fall werden wir die Tage mal eine Schnorchel-Tour buchen.
Nachdem wir uns den Rest des Tages noch etwas erholt haben, sind wir abends ins Dorf Nr. 3 gegangen (die Dörfer auf der Insel haben keine Namen, nur Nummern). Ein sehr kleines Dorf, in dem es aber wahrscheinlich alles gibt, was man braucht. Hier haben wir auch eine zweite Bananensorte kennengelernt. In Bangalore haben wir immer kleine dünne, sehr süße Bananen gegessen. Hier gibt es kleine, sehr dicke Bananen, die wir verdientermaßen Banana-Split-Bananen getauft haben. Sie sind einfach super lecker! Ob wir jemals wieder „deutsche“ Bananen essen können?

Wir sind auf den Andamanen!

Heute ist alles super gelaufen, zunächst sind wir morgens aufgestanden und mit dem Local Train zum Flughafen gefahren. Die Local Trains sind wirklich ein Erlebnis, es gibt keine Fensterscheiben sonder Gitterstäbe, was bei dem Wetter aber auch wirklich viel besser ist. Zudem gibt es keine Türen. In überfüllten Waggons stehen dann schon mal einige fast außerhalb des Zuges.

Am Flughafen geht es ein wenig chaotisch zu, aber wir haben unseren Weg gefunden und sind dann nach zweistündigem Flug in Port Blair gelandet. Der Flughafen von Port Blair ist der einzige Flughafen, den wir kennen, dessen Landebahn eine Straße kreuzt. Bei Starts und Landungen wird der Verkehr durch eine Schranke geregelt.

Bei der Hotelsuche hatten wir heute nicht so viel Glück. So hat uns erst die dritte Unterkunft zugesagt. Die zwei anderen waren dreckig und zudem völlig überteuert. Jetzt haben wir ein sauberes und halb so teures Zimmer, allerdings gibt es hier nicht permanent fließendes Wasser. Es gibt spezielle Uhrzeiten morgens und abends und für die Zeit dazwischen und das Klo einen riesen Bottich mit Wasser. Check out ist übrigens um sieben Uhr morgens! Was aber hier anscheinend üblich ist; bei den anderen Unterkünften war es acht Uhr. Morgen macht es uns aber nicht wirklich etwas aus, da wir schon sehr früh aufstehen, um die erste Fähre (6:30) nach Havelock Island zu nehmen, wo wir dann endlich am Strand liegen und relaxen können. Schnorchel haben wir übrigens heute auch schon gekauft.

Wie die Internetverbindung sein wird, wissen wir nicht, also nicht wundern, wenn wir die nächsten Tage nichts mehr schreiben. Uns geht es bestimmt mehr als gut!