To the Lighthouse

Am Dienstag haben wir uns ein Doppelkajak geliehen und sind zum Leuchtturm an der Hafeneinfahrt von Havelock Island gepaddelt. Dort ist nämlich ein weiterer guter Ort zum Schnorcheln. Das Paddeln allein hat schon Spaß gemacht. Wir hatten quasi unseren eigenen kleinen Privatstrand und haben den Tag mit Schnorcheln und Rumliegen verbracht bzw. Christof lag rum und hat „mein“ Buch, was ich mir in Bangalore gekauft habe, gelesen und ich musste mich zwischen den Tauchgängen selbst beschäftigen. Nachmittags, so gegen drei, sind wir wieder zurückgepaddelt. Wir können die Kajaktour wirklich jedem nur empfehlen. Die Schnorchelgründe sind super und auch das Paddeln macht viel Spaß. Das Kajak haben wir uns bei Barefoot Eco-Tours im Dorf Nr. 1 gemietet, 6 Stunden für 1250 Rs.
Abends waren wir noch im „Red Snapper“, dem Restaurant vom Wild Orchid, essen. Es gab wieder eine sehr gute Auswahl an Fischgerichten; besonders empfehlenswert ist das „Bengali Fish Fry“. Das Restaurant an sich ist schon schön, ein doppelstöckiges Gebäude aus Holz und Bambus mit einem Palmendach. Da es von allen Seiten offen ist weht eine kühle Brise. Vor dem Eingang zum Restaurant soll man seine Schuhe ausziehen (wie auch in vielen Geschäften auf Havelock) und als wir fertig waren, gab es mittlerweile so viele Schuhe, dass man kaum noch rausgehen konnte, ohne über die Schuhe der anderen Gäste zu laufen.

Elephant Beach

Nun mit einem Roller ausgerüstet, hatten wir uns am Sonntag zur Aufgabe gemacht, den Weg zum Elephant Beach zu finden. Nachdem wir schon eine Weile gefahren waren, haben wir mal einige Leute gefragt, die uns als Richtungsanweisung „kleine Hütte, großer Baum“ genannt haben. Wenig später haben wir tatsächlich die kleine Hütte mit dem großen Baum gefunden. Danach mussten wir uns nur noch entscheiden, ob wir den rechten oder den linken Trampelpfad nehmen. Wir haben uns für den linken entschieden, was auch die richtige Wahl war. Man muss sich auf dem Weg zum Elephant Beach eigentlich immer nur links halten, denn es kommen noch ein paar Weggabelungen. Die halbstündige Wanderung durch Feld und Dschungel ist zwar anstrengend und schweißtreibend, aber ein Erlebnis für sich. Ständig raschelt es in den Blättern und wenn man schnell genug ist, kann man kleine Geckos erkennen. Kurz vor dem Strand kommt ein sumpfartiges Stück, das bei Flut vollkommen überflutet ist. Wir hatten Glück und das Wasser war schon so weit zurückgegangen, dass man trockenen Fußes zum Strand gelangen konnte. Am Elephant Beach kann man noch sehr gut die Folgen des Tsunamis sehen. Es gibt viele tote und umgestürzte Bäume, aber so langsam beginnt es wieder zu wachsen. Am Anfang war der Wellengang noch sehr stark, was das Schnorcheln schwierig gemacht hat. Nach einer Stunde hatte sich das aber gelegt und wir haben es an einer anderen Stelle, dort wo auch die Tourenboote anlegen, noch mal probiert. Dort haben wir zum ersten Mal richtige Korallenriffe gesehen, ganze Schwärme von kleinen Fischen und einzelne sehr große Fische. Als langsam die Flut wieder kam, haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Leider konnten wir dort nicht so viele Fotos machen, da der Akku leer war und wir keinen Ersatzakku dabei hatten. Genauso hatten wir Handtücher vergessen, daher mussten wir so lange warten, bis die Sonne uns getrocknet hatte.
Abends waren wir noch in dem Restaurant von Emerald Gecko, der Unterkunft, wo wir eigentlich übernachten wollten, essen. Das super leckere Red Snapper Fillet hat allerdings unsere Tagesausgaben sehr erhöht. Für das Abendessen haben wir 630 Rs bezahlt. Das ist schon relativ teuer, hat sich aber gelohnt.
Als wir dann noch im Dorf Nr. 3 ein paar Flaschen Wasser kaufen wollten, war fast im gesamten Dorf der Strom ausgefallen. Das war auch eine sehr interessante Erfahrung. Überhaupt fällt der Strom hier sehr häufig aus. An unserem ersten Abend in unserer Unterkunft, dem Sea Shells, hatten wir bestimmt 6 Stromausfälle.

Fähre nach Havelock Island

Am Samstagmorgen lief alles etwas chaotisch ab. Nach nur wenigen Stunden Schlaf sind wir wieder um 4:30 Uhr aufgestanden, um die erste Fähre nach Havelock zu bekommen. Eigentlich hätten wir genug Zeit gehabt, wenn sich nicht fast alle Geldautomaten in Port Blair gegen uns verschworen hätten (Havelock Island hat keine Geldautomaten!). Nach 5 Anläufen hatten wir dann auch endlich einen Geldautomaten gefunden, der uns Geld ausgegeben hat. In der Annahme, dass die Fähre um 6:15 oder 6:30 geht, sind wir in aller Ruhe zum Ticket Office und haben unsere Tickets gekauft. Und dann ist wieder das passiert, was einem in Indien häufiger passiert: Man fragt nach dem Weg, in unserem Fall der Weg zur richtigen Fähre, und wird in eine falsche Richtung geschickt. Mit Entsetzen mussten wir dann um 5:50 Uhr feststellen, dass unsere Fähre an einem ganz anderen Dock, natürlich die Anlegestelle am weitesten von uns weg, und bereits um 6 ablegt. Wir sind also bei ca. 30 Grad mit 12-15 kg Gepäck und ohne Frühstück bis zur Fähre gerannt. Danach waren wir erstmal völlig erledigt!
Nachdem wir gestern vergeblich versucht haben, bei Emerald Gecko uns eine Hütte zu buchen (Probleme mit der Telefonleitung; hier gibt es nicht viele Leitungen und alle waren anscheinend besetzt), mussten wir heute, nach unserer 4-stündigen Fahrt mit der Fähre feststellen, dass dort alles voll belegt ist. Ausnahmsweise haben wir dann mal auf den Rikshawfahrer gehört, der uns zu einer echt netten Unterkunft gefahren hat. Hier haben wir eine wunderschöne Hütte, fast direkt am Strand.
Nach einer kurzen Begutachtung des Strandes stand für uns ganz schnell fest, dass wir die Badehosen anziehen und die Schnorchelsachen aus dem Rucksack kramen mussten. Obwohl das hier kein Schnorchel Top Spot ist, waren wir bereits begeistert. So viele, auch große Fische, in sooo vielen bunten Farben. Einfach großartig! Und das alles umrahmt von Palmen und Meerwasser in Badewannentemperatur. Auf jeden Fall werden wir die Tage mal eine Schnorchel-Tour buchen.
Nachdem wir uns den Rest des Tages noch etwas erholt haben, sind wir abends ins Dorf Nr. 3 gegangen (die Dörfer auf der Insel haben keine Namen, nur Nummern). Ein sehr kleines Dorf, in dem es aber wahrscheinlich alles gibt, was man braucht. Hier haben wir auch eine zweite Bananensorte kennengelernt. In Bangalore haben wir immer kleine dünne, sehr süße Bananen gegessen. Hier gibt es kleine, sehr dicke Bananen, die wir verdientermaßen Banana-Split-Bananen getauft haben. Sie sind einfach super lecker! Ob wir jemals wieder „deutsche“ Bananen essen können?