Vanille, Kardamom, Zimt, Pfeffer, Tee, Kaffee…

Das alles und noch viel mehr haben wir heute bei einer Spice Tour gesehen und teilweise auch probiert. Vom schlechten Beispiel der Tour des Tourismusbüros in Chennai haben wir uns nicht abschrecken lassen und haben hier beim Tourismusbüro eine Tour durch die Gewürzgärten, Tee- und Kaffeeplantagen gebucht. Und diese Mal hat es sich auch wirklich gelohnt. Es war sehr interessant zu erfahren, wie die einzelnen Gewürze wachsen, wie ihre Blüten aussehen, wie lange sie zum Reifen brauchen usw. Am besten war aber die Teeplantage. Als wir ankamen, kamen gerade die Pflückerinnen mit der ersten Ladung Teeblätter zur Sammelstelle; das war wirklich ein Erlebnis. Leider ist uns erst sehr viel später, nämlich in der Teefabrik, aufgefallen, dass in unserer Kamera gar keine Speicherkarte eingelegt war. Unser Fahrer war so nett, dass er auf dem Rückweg nochmal bei der Teeplantage angehalten hat, damit wir ein paar Fotos machen können; leider waren dann aber keine Pflückerinnen und riesige Mengen von Teeblättern mehr da. Wir hoffen, dass die Fotos, die wir noch gemacht haben, euch trotzdem einen schönen Einblick geben.

Bamboo Rafting

Heute haben wir den ganzen Tag im Naturschutzgebiet verbracht, und zwar mit Wandern und Bambusfloßrudern. Entgegen der Aussage von der Touristeninformation sind wir dabei doch nass geworden (zum Glück nicht annähernd so nass wie gestern). Wir sind heute richtig früh aufgestanden, nämlich um 6, weil unsere Tour um 8 angefangen hat. Nach einer einstündigen Wanderung sind wir auf das Bambusfloß umgestiegen. Als wir unser Ziel erreicht hatten, gab es erstmal Frühstück (Toast, Marmelade, Bananen, Kaffee). Gestärkt sind wir dann zur nächsten Wanderung aufgebrochen. Auch nach langem Suchen konnten wir keine wilden Tiere sichten, bis uns schließlich eine kleine Herde Büffel über den Weg gelaufen ist. Ansonsten haben wir noch Frösche, Wildschweine, eine Schlange, wilde Hunde, zwei unterschiedliche Affenarten und viele bunte Vögel gesehen. Leider gab es keine Elefanten, Leoparden oder Tiger, nur ganz viel Elefantenmist, Leopardenerbrochenes (da sie die schwarzen Affen essen, muss das Fell ja auch irgendwie wieder raus) und Tigerkratzspuren an Bäumen. Aber so ist das halt in der freien Natur; es gibt eben keine Garantie, dass man die Tiere zu Gesicht bekommt.
Nach dieser anstrengenden Wanderung gab es erstmal Mittagessen. Anschließend ging es auf den Rückweg; also zuerst wieder Paddeln und dann Wandern.
Alles in allem war es ein gelungener Tag, an dem wir zu Fuß die Flora und Fauna Keralas erkundet haben.

Wieder in Chennai

Ausgeruht von Havelock Island sind wir am Dienstag wieder in Chennai angekommen. Nach 8 Tagen Entspannung sind wir etwas relaxter an Chennai herangegangen. Irgendwie dachte ich, müsste es wenigstens etwas Schönes an Chennai geben, auch wenn Lonely Planet  und der Loose die Stadt nur als Transitstation bezeichnen.
Bereits bei unserem ersten Besuch fanden wir die Stadt nur anstrengend. Die zwei Flüsse, die durch Chennai fließen, sind so dermaßen vermüllt, dass man sich jedes Mal, wenn man sich über oder neben dem Fluss aufhält, etwas vors Gesicht halten muss. Ihr könnt echt froh sein, dass man Gerüche nicht aufnehmen kann. Ein weiteres Ärgernis sind die Rikshawfahrer. Rikshawfahrer sind ja eh dafür bekannt, dass sie von Touristen höhere Preise verlangen. In Chennai sind sie aber noch ne Ecke dreister und so ist es einfach nur extrem nervig, ewig über einen fairen Preis verhandeln zu müssen inmitten einer Traube von Rikshawfahrern.
Da wir ja nicht so viel Zeit haben und die Reiseführer doch einige Sehenswürdigkeiten auflisten, haben wir eine vom Tourismusbüro organisierte Bustour gebucht. Allerdings hätte uns bereits nach dem ersten Museum klar sein müssen, dass die Tour nur Zeit- und Geldverschwendung ist. Das Fort Museum hat kaum etwas zu bieten, kostet für Touristen 100 Rs. Bei der Tour hatten wir für das Museum 20 Minuten Zeit; mehr braucht man auch echt nicht.
Nach dieser Enttäuschung habe ich mich schon auf das Government Museum, was als nächstes auf dem Plan stand, gefreut. Allerdings sind wir nicht direkt zum Museum, sondern zu einem Souvenirladen mit total überteuerten Preisen gefahren (Butterfahrt lässt grüßen). Nachdem wir dort eine halbe Stunde verbracht haben, sind wir endlich ins Museum gefahren, für das wir dann auch wieder nur 20 Minuten Zeit gehabt hätten. Da der Eintritt für Touristen hier aber 250 Rs kostet, haben wir uns das gespart. Christof hat sich dort bereits bei einem der Tourleiter über den Abstecher zum Souvenirladen beschwert. Den schien das aber wenig zu interessieren.
Die weiteren Stationen der 6-stündigen Tour waren noch das Denkmal für einen Nationalpoeten, das auch total vermüllt war, ein Tempel, der Snake Park und Marina Beach.
Nach der Tour haben wir uns noch im Tourismusbüro beschwert, da wir eine Butterfahrt auch mit jedem Rikshawfahrer hätten machen können. Ob es was gebracht hat, weiß ich nicht, aber ich hoffe es.

Unser Fazit von Chennai: Umgehen wenn möglich! Das Schönste an unserem Chennai-Aufenthalt war unsere Unterkunft, das YWCA International Guesthouse.
Zum Glück müssen wir während unserer Reise nur noch einmal nach Chennai und dann auch nur zum Busbahnhof. Eigentlich wollten wir mit dem Zug nach Madurai, aber wir haben keine Tickets mehr bekommen. Also müssen wir am Freitag wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und mit dem Bus fahren.